«pina» und «black swan»

«Pina. Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren» bescherte in seiner sonnigen Liebeserklärung in 3-D dem Tanztheater Wuppertal wahre Zuschauerstürme. Nie hat Wim Wenders einen Hehl aus seiner bedingungslosen Verehrung für die 2009 verstorbene Pina Bausch gemacht. Seinen Kritikern ist das zu banal, aber was soll’s: Ihre Tänzer definieren sich auch im Film in intimen Rückblicken genau über sie, ihre entschwundene Prinzipalin

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Kein Materialmeter. Nirgends. Sergei Diaghilew gab die ­ordre de mufti, und alle hatten zu folgen. Er wollte seine Ballets Russes nicht auf ein so ordinäres Medium wie den noch jungen, aber doch bis zum Jahr 1929 – dem Ende der legendären Truppe durch den Tod des Gründers – längst kunstreif gewordenen Film bannen lassen. So gibt es keine Originaldokumente des «Feuervogels» oder von «Les ­sylphides» in bewegten Bildern, geschweige denn von Waslaw ­Nijin­skys «Le sacre du printemps» und «L’après-midi d’un faune» oder des legendären Künstlers selbst.

Wir sind auf Fotos und Skulpturen, Beschreibungen und Mythen angewiesen. Der Faszination Nijinsky hat das – man merkte es in den Ausstellungen zum 100-jährigen Ballets-Russes-Jubiläum in Hamburg und London, Stockholm und Monaco – keineswegs geschadet. Im Gegenteil.

«Es ist schwierig.» So ließe sich recht gut der Beziehungsstatus zwischen Tanz und Film auch heute, noch einmal 80 Jahre später, bezeichnen. Ganze Ballette als Film, den von der Bühne auf die Leinwand übersetzten Tanz, gab es erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die ­Russen einige der zaristischen und sowjetischen Klassiker in den Mosfilm-Studios nachstellen ließen. In London ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Aufreger des Jahres, Seite 126
von Manuel Brug

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