Agent
Leipzig, Alter Markt
Die Touristen speisen unter Sonnenschirmen. Die Welt spricht in allen Sprachen. Das Gemurmel weht wie ein leichtes Tuch durch die Altstadtgassen. Im vierten Stock, obendrüber, befindet sich ein Büro von ausgesuchter Virtualität: ein Computer, ein I-Pad, ein tragbares Telefon, ein Kaffeeautomat. Das reicht. Auch der Name, Culture Partner, weist nicht gerade auf eine spezifische Berufung hin. Dabei handelt es sich um die jüngste Tanzagentur in Deutschland.
Sie vermittelt Kompanien an Gastspielhäuser, vermittelt also das, woran es in den Augen der Kompanien am meisten mangelt: Auftrittsorte.
Dirk Elwert
ist kein Neuling. The.Lab Art & Media, wie er noch in Berlin die Agentur nannte, hat sie alle auf Tournee geschickt: Susanne Linke, Johannes Wieland, Club Guy & Roni. Schluss damit, konstatiert er ohne jeden Groll, «es gibt längst eine neue Generation», und die hat sich «derart weit von ihrem Publikum entfernt», dass sie Gastspielorte mit rund tausend Plätzen nicht füllen kann. Er scheint darüber kein bisschen besorgt. So ist er eben, der zeitgenössische Tanz. Die Alternative heißt nicht Ballett, die Alternative sind fusions: Akrobatischer Tanz trifft Operette, ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Manager, Seite 100
von Arnd Wesemann
Eines Tages ist Demis Volpi aufgewacht und sagte einfach: «Ballett». Drei war der Junge damals; seine Eltern können sich bis heute das Schlüsselwort ihres Sprößlings nicht erklären. Sein Wunsch war ihnen zwar nicht Befehl, aber sie legten ihm auch keine allzu großen Steine in den Weg: Mit vier erhielt der Beau aus Buenos Aires seinen ersten Tanzunterricht. Zwei...
Kein Materialmeter. Nirgends. Sergei Diaghilew gab die ordre de mufti, und alle hatten zu folgen. Er wollte seine Ballets Russes nicht auf ein so ordinäres Medium wie den noch jungen, aber doch bis zum Jahr 1929 – dem Ende der legendären Truppe durch den Tod des Gründers – längst kunstreif gewordenen Film bannen lassen. So gibt es keine Originaldokumente des...
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
