Pina Bausch ohne Geburtshaus

Pina Bauschs Geburtshaus: abgerissen

Tanz - Logo

«Jemandem ein Denkmal zu setzen, der noch lebt, verstößt gegen den guten Geschmack!» Mit diesen Worten hat Pina Bausch einem Plan der Grünen die Unterstützung versagt. Die Partei wollte ungewöhnlich geschichtsbewusst eine ehemalige Gaststätte nebst Hotel im Solinger Stadtteil Central erhalten. Denn in diesem Haus in der Focher Straße 10-12 ist am 27. Juli 1940 jene Philippine zur Welt gekommen, die später unter dem Namen Pina Wuppertal zur Weltgeltung verhalf. Schließlich hat Solingen sonst nur eine Veronica Ferres, mit der sich Schlagzeilen machen lässt.

Dass das Hotel Diegel zuletzt in einem erbärmlichen Zustand als Unterschlupf sozial schwacher Familien diente, bevor es wegen Einsturzgefahr von der Baubehörde ganz geschlossen wurde, störte die Grünen wenig. Sie sprachen von einem «Armutszeugnis für die verantwortlichen Politiker unserer Stadt», als sie auf Bitten des derzeitigen Besitzers jetzt eine Abbruchgenehmigung erteilten. Die «ewige Erinnerung» an die Ikone des deutschen Tanztheaters, die sie einfordern, wird also anders aussehen müssen. Am besten in Form einer aktiven Auseinandersetzung mit ihrem Werk wie zuletzt beim Internationalen Tanzfestival NRW: Drei Wochen mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2009
Rubrik: Boulevard, Seite 25
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hugo Viera «Fado = Schicksal»

Das warme, herzliche Gefühl ist immer banal und unbrauchbar. Das sagt Thomas Manns Tonio Kröger über das künstlerische Schaffen. Er schließt: Einzig «die Gereiztheiten und kalten Ekstasen unseres verdorbenen, unseres artistischen Nervensystems» seien der rechte Ausgangspunkt für die Kunst. Hugo Viera hat sich daran versucht. Die Situation zwischen Mutter und Sohn...

Brief aus Kolkata

Das Rotlicht-Viertel Kalighat befindet sich mitten in der 15-Millionen-Stadt Kolkata im indischen Bundesstaat Bengalen. Es ist ein Slum, in dem etwa eintausend Frauen mit ihren Kindern zusammenleben. Man sieht die Kinder auf den Dächern. Vergnügt lassen sie Drachen steigen. Die Realität ist: Ihre Mütter liegen unterdessen in den armseligen Hütten mit einem Freier...

Blanche Neige

Jean Paul Gaultier, Ihre aktuelle Kollektion ist also tatsächlich von der Arbeit zu «Blanche Neige» beeinflusst?                                                                                                     Mir geisterte ja ständig der Name Angelin Preljocaj durch den Kopf. Endet das nicht wie «cage» (Käfig)? Plötzlich war meine Winterkollektion voller...