Philippe Kratz, Edward Clug «Lydia/Le sacre du printemps»
Die Neugier ist geweckt, die Spannung hoch: Philippe Kratz (tanz 6/21), gerade hoch im Kurs und zuletzt in Mailand im Einsatz (tanz 3/23), choreografiert fürs Ballett Magdeburg einen so gut wie unbekannten Roman. «Lydia», veröffentlicht von der (einst in der Elbe-Stadt ansässigen) Frauenrechts- und Demokratievorkämpferin Louise Aston (1814 – 1871), ist heute ein Fall für die Raritätenecke bei den Gender Studies. Umso erstaunlicher, dass sich das Programmheft jede Vorstellung des (auf zeno.
org im Volltext abrufbaren) Buchs erspart – ist der Stoff vielleicht doch ein bisschen dünn? Zumindest Philippe Kratz’ schicke, wenngleich thematisch vollkommen austauschbare Choreografie legt den Verdacht nahe, dass man sich hier ein PR-mäßig attraktives Projekt überlegt hat, ohne groß über den künstlerischen Ertrag nachzudenken. Kratz’ hip-hoppig getönte Zweier-, Dreier- und Multikörperformationen sind gut anzuschauen, ein Mehrwert springt nicht heraus. Ganz anders Edward Clugs furios verregnete «Sacre du printemps»-Version von 2012: Intensives Spiel mit Nijinskys Original (1913), dazu ein abenteuerlicher Wassereinbruch, der die Tänzerinnen wie auf dem «Schwanensee» dahingleiten lässt. ...
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Tanz 4 2023
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Dorion Weickmann
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