Celis/Rustem /Nader/Campos «SILENT BODIES–LOUD VOICES»
Patti Smith, die «Godmother of Punk», ermutigt Stijn Celis im jüngsten, dreiteiligen Tanzabend des Staatstheaters Braunschweig zu beherzten Ausgriffen ins Tanztheater. Der Choreograf lässt mit ihrer Stimme die «Revolutionary Hearts» beben, wenn die Tänzerinnen und Tänzer aus der zunächst sanft vor- und rückwärtslehnenden Reihe in den Raum diffundieren, so Individualität gewinnen und doch wieder Hand in Hand zum Protestchor zusammenfinden.
Smiths Engagement und Selbstbewusstsein, ihre androgyne Erscheinung dienen Celis als Hintergrund für ein eben nicht gleichmacherisches Empowerment, das von kleinen Formen körperlicher Anlehnung mit Handstandüberschlag zu energischem Aufstreben und Headbanging reicht. Und das vor allem spannend irritierende Bilder integriert – wie eine kopfüber im Türrahmen hängende Frau oder das aus der Intimität ins Öffentliche geholte Spiel rund um eine Badewanne. Körper ist Natur und Begehren Freiheit – so fokussiert sich Smiths Lebensweite in einer Erscheinung im roten Kleid, aus dem sich Giovanni Fumarola mit geschmeidigen Gliedern hervorwindet, eine trotzig-sinnenfrohe Frau Babylon.
Ihsan Rustems «Long Story Short» lässt sich als Erzählung von Trennung, ...
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Tanz 4 2023
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Andreas Berger
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In meiner Wahrnehmung ist das ein Einzelfall und das, was anschließend daraus gemacht wurde, deckt sich überhaupt nicht mit dem Bild, das ich von der Tanzszene habe. All die positiven Entwicklungen geraten bei so einem Skandal natürlich in den Hintergrund. Das finde ich...
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Grande Dame
GUNDEL KILIAN Sie war Tänzerin in Stuttgart, aber das Leben hatte bald anderes mit ihr vor: «Ich habe abends, wenn die Kinder im Bett waren, für meinen Mann die Arbeit in der Dunkelkammer erledigt.» Das war Gundel Kilians Einstieg in die Tanzfotografie, wie sie 2013 im Jahrbuch tanz verriet. Einige ihrer schönsten Bilder – auch die Aufnahme der...
