Paxtons Palette

Steve Paxtons «Material for the Spine» ist auf DVD erschienen. Unterhaltsam, lehrreich und so gut wie echt.

Tanz - Logo

«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr symmetrisch, ein gelehrtes, beinahe asketisches Gesicht mit klugen, tiefliegenden Augen über einem kurzen grauen Philosophenbart. «Hello.

» Der Kopf schwimmt zwischen den Füßen, die sich auf und ab bewegen, mit der Schwerkraft spielen. Was wir beobachten, als wären wir an deren Stelle und könnten unsere Wirkung auf diesen Körper betrachten. «The foot – an astonishing piece of engineering!» Ein freches Lächeln huscht über das gravitätische Antlitz von Steve Paxton.

«I am a dancer.»
«Das heißt, wenn ich auftrete, sind meine Sinne und die Art, wie ich sie trainiert habe – ja, dass sie überhaupt trainiert werden können –, die abgelagerte Information, die während des Auftritts freigesetzt wird, meine Palette. Als wären Gefühle Farben, die im Moment der Aufführung gemischt und losgelassen werden …» So beginnt das Kapitel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2009
Rubrik: Paxtons Palette, Seite 60
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
La Clique

Burlesque hat so viele subtile Konnotationen – alle Schattierungen dieses schillernden Begriffs klingen in der Show «La Clique» an. Auf dem Programm: Körper und Esprit, Striptease und Parodie in einer brillanten Mischung. Es riecht nach Sägemehl und Weimarer Republik, bierfleckigem rotem Plüsch und alkoholisiertem Publikum in einer Kulisse, die mit Klappstühlen,...

Sylvain Émard: «Wave»

Sylvain Émard zeichnet ein zierlicher und sehr zentrierter Bewegungsstil aus. Der aus Montréal stammende Choreograf bleibt ihm und in «Wave» auch seinem Thema treu. Sein Interesse gilt in sich geschlossenen Welten und der Frage, wie das Außen darauf einwirkt.
Zum ersten Mal arbeitet er mit den fünf Tänzerinnen Karissa Barry, Sarah Mur-phy, Erika-Leigh Stirton,...

Forsythe – seine Improvisation Technologies

Die Methode des legendären Gründers und Leiters der Forsythe Company mit Sitz in Frankfurt und Dresden kann man nicht in Seminaren erlernen. Sie passt stattdessen auf eine einzige CD-ROM, «Improvisation Technologies – A Tool for the Analytic Dance Eye».
Der Prototyp dieser digitalen Scheibe entstand in Zusammenarbeit mit dem ZKM Karlsruhe, damit neuen Tänzern seiner...