Sylvain Émard: «Wave»

Glasgow

Tanz - Logo

Sylvain Émard zeichnet ein zierlicher und sehr zentrierter Bewegungsstil aus. Der aus Montréal stammende Choreograf bleibt ihm und in «Wave» auch seinem Thema treu. Sein Interesse gilt in sich geschlossenen Welten und der Frage, wie das Außen darauf einwirkt.
Zum ersten Mal arbeitet er mit den fünf Tänzerinnen Karissa Barry, Sarah Mur-phy, Erika-Leigh Stirton, Catherine Viau und Megan Walbaum. Ihren Körpern entlockt er feinste Details und ihrer weiblichen Geschmeidigkeit eine ausdrucksstarke Dynamik.

Akribisch wird der Raum ausgemessen, Präzision und Kraft betont, wann immer die Frauen ihre Hände wie Werkzeug drehen, mit ihren Armen schaufeln und ihre Beine wie Hämmer zu Boden rammen.
«Wave» ist der dritte Teil von Émards Trilogie «Klimatologie des Körpers», in der er zeigt, wie Kräfte von außerhalb uns verändern. Die letzten fünf Jahre hat er sich dieser Frage nach den Einflüssen gewidmet: im ruhigen, poetischen Duo «Pluie» 2004 und im düsteren Sextett «Temps de chien» ein Jahr später. «Wave» suggeriert ein Kontinuum und meint, auf den Tanz angewandt, eine sich ins Unendliche fortpflanzende Bewegung. «Wave» geht noch darüber hinaus, der Titel assoziiert ebenso Geräuschwellen und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 48
von Philip Szporer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nurejev auf DVD

 

Nicht über­all, wo Nureyev draufsteht, ist der ganze Rudi drin. Jedenfalls bei drei Dokumentationen, die Rudolf Nureyevs Direktoren- und vor allem Choreografentätigkeit an der Pariser Oper dokumentieren: Unter dem Titel «The Dancer’s Dream» – nun bei Arthaus, nachdem die Dokus vorher bei TDK erschienen waren – gibt’s einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen...

Paxtons Palette

«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr...

Matteo Levaggi: «Primo Toccare»

Der Titel des neuen Balletts von Matteo Levaggi klingt subtil. «Erst berühren», so die wörtliche Übersetzung, könnte ein Statement der Werbung sein oder, nicht weit davon entfernt, eine sexuelle Aufforderung. Das Werk für das Balletto Teatro di Torino, das bei der Tanzbiennale in Lyon uraufgeführt wurde, ist vor allem: purer Tanz. Mehrere Glassarkophage stehen in...