Richard Siegal: «Stranger/ Stranger Report»
Bin ich eine Person? Vielleicht bin ich deren zwei, vielleicht keine. Fragt Richard Siegal, robbt und reibt sich. Und je intensiver er sich an sich selber reibt, umso mehr soll ihn das wohl vor den Blicken der Zuschauer schützen. «Stranger/ Stranger Report» wäre nicht mehr als eine weitere dieser Brainstorming-Performances mit Kapuze, Motorradhelm und Monitoren, spürte man nicht zwischen den Lianensträngen aus Starkstromkabeln so viel kindlichen, spontanen Humor und so viel Lust, über sich selbst zu schmunzeln.
Richard Siegal ist ein Meister im Legen von falschen Fährten.
Wenn man ihm so zusieht, drängt sich der Verdacht auf, dass entweder dieser Richard eine Art Cotangens von Siegal sein muss, ein Richard der dritten Dimension, oder ein CIA-Agent im Hohlraum der eigenen Persönlichkeit. Alle möglichen Unwägbarkeiten droht er an: Instabilität, intime Beziehung und Interaktion, versteckte Kameras. Strange, strange ... Er lädt uns in einen Bunker unter dem Théâtre national de Chaillot, direkt gegenüber dem Eiffelturm. Stieg er in diesem hochnäsigen Tempel nur ab, weil dort auch sein Mentor Forsythe gastiert?
Nein, dieser Siegal ist ein Humorist. Alles Didaktische, Demonstrative ...
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