Parkett International: Tschechien
Auch wenn die Zeiten akuter Corona-Beschränkungen hoffentlich hinter uns liegen, hat das Virus die tschechische Tanzszene in der vergangenen Saison stark geprägt – und das nicht nur negativ. Die Künstler*innen vermissten zwar den direkten Kontakt mit dem Publikum, konnten aber von einem kostbaren Gut profitieren: Zeit. Diese gab ihnen Gelegenheit, Konzepte zu entwickeln, sich über die eigene künstlerische Entwicklung Rechenschaft abzulegen und den Stellenwert von Produktionen und Themen einzuschätzen, die unsere Welt aktuell dramatisch verändern.
Das kulturelle Leben vollzieht derzeit einen langsamen Sanierungsprozess.
Nun, da das Publikum allmählich wieder in die Theatersäle zurückkehrt, muss man es davon überzeugen, dass sich der Besuch auch lohnt. Die Künstler*innen zeigen sich hochmotiviert und bereit, ihre Zuschauer*innen für die lange Dauer der gesundheitspolitisch verordneten Abstinenz zu entschädigen. Egal, auf welches Genre man im Tanz und zeitgenössischen Zirkus blickt: Die neuen Stücke beeindrucken mit einer Dringlichkeit, die vom Einsatz diverser technologischer Mittel und der Fusion verschiedener Künste und Ästhetiken noch befeuert wird. Das trifft auch auf Solos zu, ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 166
von Jana Navrátová
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Ballett in Wien, an der Staatsoper im Besonderen, das war in den letzten Jahrzehnten nur eine mühsam geduldete Zusatzleistung der Institution. Und künstlerisch nur ein Wurmfortsatz des selbst reichlich angestaubten Mutterhauses. Trotz Rudolf Nurejews Wirken, trotz der segensreichen Direktion Gerhard Brunners, der zwischen 1976 und 1990 das Repertoire öffnete,...
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