Parkett International: Tschechien
Auch wenn die Zeiten akuter Corona-Beschränkungen hoffentlich hinter uns liegen, hat das Virus die tschechische Tanzszene in der vergangenen Saison stark geprägt – und das nicht nur negativ. Die Künstler*innen vermissten zwar den direkten Kontakt mit dem Publikum, konnten aber von einem kostbaren Gut profitieren: Zeit. Diese gab ihnen Gelegenheit, Konzepte zu entwickeln, sich über die eigene künstlerische Entwicklung Rechenschaft abzulegen und den Stellenwert von Produktionen und Themen einzuschätzen, die unsere Welt aktuell dramatisch verändern.
Das kulturelle Leben vollzieht derzeit einen langsamen Sanierungsprozess.
Nun, da das Publikum allmählich wieder in die Theatersäle zurückkehrt, muss man es davon überzeugen, dass sich der Besuch auch lohnt. Die Künstler*innen zeigen sich hochmotiviert und bereit, ihre Zuschauer*innen für die lange Dauer der gesundheitspolitisch verordneten Abstinenz zu entschädigen. Egal, auf welches Genre man im Tanz und zeitgenössischen Zirkus blickt: Die neuen Stücke beeindrucken mit einer Dringlichkeit, die vom Einsatz diverser technologischer Mittel und der Fusion verschiedener Künste und Ästhetiken noch befeuert wird. Das trifft auch auf Solos zu, ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 166
von Jana Navrátová
Sprechen wir heute über Tanz, meinen wir längst nicht mehr nur das, wofür wir eine Theaterkarte kaufen. Der Tanz, der sich einst vollkommen auf die Präsenz der Körper bezog und stützte, hat es – wie wir selbst – inzwischen mit mehreren Realitäten zu tun: der physischen Wirklichkeit und der vermeintlich antagonistischen virtuellen Welt. Das digitale Quadrat wird auf...
Das Tanzhaus
Wichtiger als die Frage nach dem konkreten Ort von Performances ist es, den Mut aufzubringen, Gefühlsräume zu erschaffen, in denen wir alle träumen, wachsen und uns weiterentwickeln können. Gefühlsräume, an die wir uns zurückerinnern werden. Ich denke, es ist durchaus wichtig, das zu respektieren und wertzuschätzen, was unsere schöne Kunstform bereits...
Mit dem Hip-Hop-Tanzfestival «Summer Dance Forever» legte die vergangene Tanzsaison in den Niederlanden einen fulminanten Start hin. Eines der Festival-Highlights im rappelvollen, energiegeladenen Internationaal Theater Amsterdam war Nedda Sous «Bloom»: ein starkes Stück über kollektive Authentizität, von vier Tänzer*innen im Krumping-Style abgeliefert. Ausgiebig...
