Hybrid
Wie Menschen rund um den Globus miteinander kommunizieren und in Kontakt treten, wird gegenwärtig von der Digitalisierung radikal neu definiert. Da deren Beschleunigung eine der offenkundigsten Folgen der Pandemie darstellt, erfährt die Nutzung digitaler Tools auch im Kunst- und Kulturbetrieb und den einschlägigen Einrichtungen einen beispiellosen Auftrieb. Ein Blick in die Zukunft künstlerisch-kultureller Räume macht es erforderlich, physische Räume im Zusammenhang mit den digitalen Mediennetzwerken zu denken. Polyphone Hybridkulturen sind in physischen Räumen verankert bzw.
in diese eingebettet; zugleich werden sie zunehmend über digitale Netzwerke geteilt, gestaltet, verbreitet, geformt und verhandelt. Im Zuge der anhaltenden Verschmelzung der physischen und digitalen Sphäre treten neue Szenarien und neue Formen der Erfahrung von bzw. Mitwirkung an künstlerisch-kulturellen Lebenswelten zutage.
Nachhaltigkeit und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks sind Ziele, deren Erreichen maßgeblich vom Vermeiden und Einschränken der physischen Mobilität abhängt. Folglich sind wir angehalten, sinnvolle Optionen der Verknüpfung von physischer Nähe und digital überbrückter Distanz ...
Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar sind die Gründer*innen von «Hybrid Space Lab», einem in Berlin ansässigen Think Tank und Design Lab. Frans Vogelaar gründete 1998 den weltweit ersten Fachbereich «Hybrid Space» an der Kunsthochschule für Medien Köln. Elizabeth Sikiaridi ist Studiengangsleiterin des internationalen Master «Sustainable Landscape Design and Development» der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 32
von Elizabeth Sikiaridi und Frans Vogelaar
Vor Jahren lernte ich einen Tischlermeister kennen, er war Leiter des Malersaals im La Jolla Playhouse in San Diego/Kalifornien und hatte die Aufgabe, die Anfertigung der Kulissen für die bevorstehenden Produktionen zu beaufsichtigen. Im Anschluss an eine Erörterung des Spielplans kamen wir auf seine wahre Leidenschaft zu sprechen: den Amerikanischen Bürgerkrieg....
Merce Cunningham und John Cage nutzten Algorithmen für ihre Arbeit. In «How to Pass, Kick, Fall and Run» (1965) wird Cunninghams Choreografie durch ein Textkonzert Cages strukturiert, und welche Textpassage wann zu hören ist, bestimmen nicht die Künstler, sondern das chinesische I-Ging-Orakel, ein System aus 64 Zeichen, das Cage seit 1951 für seine Kompositionen...
Die Tanzszene in Schweden hat sich noch nicht von der unfreiwilligen Pause erholt, die durch Covid-19 verursacht wurde. Sowohl künstlerisch als auch personell schwächelt die Szene. Die expansive Entwicklung, die wir in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends erlebt haben, ist passé. Die Pandemie hat die Situation...
