Parkett International: Schweden
Die Tanzszene in Schweden hat sich noch nicht von der unfreiwilligen Pause erholt, die durch Covid-19 verursacht wurde. Sowohl künstlerisch als auch personell schwächelt die Szene. Die expansive Entwicklung, die wir in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends erlebt haben, ist passé. Die Pandemie hat die Situation nicht verbessert.
Zwar öffneten einige Veranstalter und Bühnen ihre Räumlichkeiten für Residenzen, in denen die Künstler ohne Publikum weiterarbeiten konnten – aber für unabhängige Tanzschaffende sind Residenzen auch außerhalb pandemischer Notlagen wichtig, um neue Produktionen zu schaffen.
Als die Infektionen abzuflauen begannen, und die Bühnen wieder öffneten, explodierte das Angebot an den Theatern, aber in der Tanzwelt herrscht keine Euphorie. Sicher, es wird getanzt, aber es ist schwer, von einem lebendigen Sektor zu sprechen. Der Tanz in Schweden besteht aus einer Reihe von Knotenpunkten, die kaum Kontakt zueinander haben. Das gilt auch für die Institutionen. In Stockholm hat das Königlich Schwedische Ballett Schwierigkeiten, ein spannendes Repertoire zu entwickeln. Der Versuch, mit einer neuen Version des ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 158
von Lis Hellström Sveningson
Merce Cunningham und John Cage nutzten Algorithmen für ihre Arbeit. In «How to Pass, Kick, Fall and Run» (1965) wird Cunninghams Choreografie durch ein Textkonzert Cages strukturiert, und welche Textpassage wann zu hören ist, bestimmen nicht die Künstler, sondern das chinesische I-Ging-Orakel, ein System aus 64 Zeichen, das Cage seit 1951 für seine Kompositionen...
Immer wenn ich diese Saison über das Ballett Zürich berichtete, ging es um außergewöhnliche Abende. Begeisternde Inszenierungen, begabte Choreografen, beeindruckende Bühnenbilder, beflügelnde Musikkonzepte, bezwingende Bilderwelten. Tänzerische Visionen mit dem Hang zum Gesamtkunstwerk. Viel gradliniger Stilwille, gemischt mit Eleganz und feiner Melancholie,...
Alles ist relativ. Das gilt seit Albert Einstein als das ganz große Ding: Wenn sich alles denken lässt und nichts als stabile, reale, die Ewigkeit überdauernde Form vorstellbar ist, dann herrscht … anything goes. Vom Surrealismus über die Visionen des polnischen Schriftstellers Stanislaw Lem bis zu den «unendlichen Welten» der Science-Fiction schien alles machbar …...
