Parkett International: New York City

Erstaunlich schnell hat sich die Tanzszene im Big Apple vom katastrophalen Stillstand unter der Pandemie erholt: Kreativität ist Trumpf

Tanz - Logo

Trotz der Pandemie kann N ew York City auf eine starke Tanzsaison zurückblicken. Überragend: Die epische Kreation «Deep Blue Sea» von Bill T. Jones, der zu Beginn seiner Choreografie höchstpersönlich als einsame Figur auf der riesigen Bühne des historischen Waffenkammergebäudes Park Avenue Armory zu erleben war. Spektakulär auch die via Projektionen wogenden Meeresfluten sowie das Großaufgebot mitwirkender Laiendarsteller*innen.

Auf interaktiver Gruppenarbeit und literarischen Texten aufbauend, beschwört «Deep Blue Sea» die Wut, Trauer und unmissverständliche Deutlichkeit der Black-Lives-Matter-Bewegung herauf.

Gleich eine Reihe von Saison-Highlights bekam man im New York City Center zu sehen. Als da wären: Annabelle Lopez Ochoas «Doña Perón», erster Abendfüller des Ballet Hispanico – ein Stück über das kurze, bewegte Leben der einstigen First Lady Argentiniens, das beim Publikum gehörig einschlug. Oder der Abend des Alvin Ailey American Dance Theater mit Kreationen seines Artistic Director Robert Battle, die eindrucksvoll vor Augen führten, wie meisterhaft der Choreograf die Balance zwischen Zurückhaltung und Explosivität zu halten und auszukosten vermag. Ein weiteres ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 168
von Wendy Perron

Weitere Beiträge
Glanzlichter 2022

Premiere in der Geschichte unserer Umfrage: Das Treppchen für Inszenierung, Choreograf*in, Tänzer*in und Kompanie des Jahres bleibt im Depot. Weil die Zahl der Nominierungen jeweils unterhalb der magischen Dreierschwelle liegt, ab der wir prämieren. Unter Pandemiebedingungen und knapperen Budgets verändern Kritiker*innen ihre Sehgewohnheiten: weniger Reisen, mehr...

Fantasieraum

«Das hier wird unsere Küche.» Esteban Fourmi schwenkt seinen Laptop, damit die Journalistin in Deutschland das Setting beim Videocall sehen kann. Ein heller Raum zu ebener Erde im Zustand des Um- oder Einbaus. In der Mitte ein Metallgestell mit Platte, darauf weiße Kacheln. «Im Moment baue ich die Küche. Diesen Tisch habe ich mit Rollen gemacht», sagt Fourmi, und...

Hybrid

Wie Menschen rund um den Globus miteinander kommunizieren und in Kontakt treten, wird gegenwärtig von der Digitalisierung radikal neu definiert. Da deren Beschleunigung eine der offenkundigsten Folgen der Pandemie darstellt, erfährt die Nutzung digitaler Tools auch im Kunst- und Kulturbetrieb und den einschlägigen Einrichtungen einen beispiellosen Auftrieb. Ein...