Parkett International: Frankreich

Große Sprünge sind immer weniger möglich: Man hat den Eindruck, dass in Paris, Lyon und anderswo der Sport über den Tanz siegt

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Immerhin, sie tanzen wieder. Corona ist vergessen, die Masken sind gefallen. Wer ins Theater geht, atmet normal. Aber Hochform sieht anders aus. Die Säle bleiben oft halb leer, und der Sport scheint den Tanz fest im Griff zu haben. Denn unvermittelt stehen gerade die Institutionen in Lyon vor vollendeten Tatsachen. Dominique Hervieu, die seit 2011 die Geschicke der Maison de la Danse und der «Biennale de la Danse» leitete, verkündete im November 2021 ihren Abschied. Sie leitet nun die Kulturabteilung des Olympischen Komitees.

Denn, richtig: Im Sommer 2024 sollen bekanntlich in Paris die Olympischen Spiele stattfinden. Mit Breakdance-Battles als zusätzlicher Disziplin, gemeinsam mit Surfen, Klettern und Skaten.

Ob bei der Abwerbung von Hervieu eine Ablösesumme floss, ist nicht bekannt. Aber fair wäre es. Und sportüblich. So werfen die Spiele ihre Schatten voraus und die Grenzen zwischen Kultur und Sport verfließen zunehmend. Auf dem Champ de Mars vor dem Eiffelturm, in Sichtweite des Chaillot-Theaters, sollen die Wettkämpfe im Ringen, Fechten und in anderen Kampfsportarten ausgetragen werden – und zwar in einem Holzpalast, der zurzeit das gerade in Renovierung befindliche Grand ...

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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 150
von Thomas Hahn

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