paris: sous apparence
Wenn Marie-Agnès Gillot, Étoile des Pariser Opernballetts, nicht auf der
Bühne steht, streift sie regelmäßig durch die Galerie-Szene oder greift gar selbst zum Pinsel. Die Startänzerin hat ein Faible für Bildende Kunst, weshalb sie genau überlegt hat, wer ihre bislang größte Kreation ausstatten soll. Mit «Sous apparence» gibt Gillot nach kleineren Auftragsarbeiten ihr choreografisches Debüt im Palais Garnier, und der Schweizer Leinwand-Minimalist Olivier Mosset entwirft dafür die Dekoration.
Das musikalische Geleit gibt Laurence Équilbey mit dem Ensemble Ars Nova, das aus Kompositionen von Anton Bruckner, Morton Feldman und György Ligeti die Klangkulisse formt. Gillot hat ein sphärisches Stück für zwanzig Tänzer angekündigt, die Hälfte davon Damen auf Spitze – weil sie angesichts etlicher Kollegen, die heutzutage Schläppchen bevorzugen, gerade das als «echte Herausforderung» begreift. Irgendwo zwischen Narration und Abstraktion soll so «eine beredte Poesie des Körpers» entstehen – keinesfalls eine «Traditionskiste». Würde auch nicht zum zweiten Teil des Abends passen, Merce Cunninghams «Un jour ou deux» von 1973. Premiere am 31. Oktober, 1.–4., 6.–10. Nov.
operadeparis.fr
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: highlights, Seite 37
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