norwegen___ Jo Strømgren: «A Dance Tribute to Ping Pong»
Wie der Choreograf Jo Strømgren ein sportliches Regelwerk schafft, um es im Tanz außer Kraft zu setzen ... Nun, es geht auch im Leben zu, wie bei einem Spiel und seinen Regeln. Das Spielfeld ist begrenzt. Die ganze Welt ist eine Platte, die man sich in etwa mittig geteilt vorstellen kann: Auf der einer Seite Ping, auf der anderen Pong, Yin oder Yang, Mann oder Frau. Der Ball dazwischen fliegt hin und her, schneller, langsamer, schärfer oder sanft, elegant in gegenseitigem Einvernehmen, dann plötzlich aggressiv, militant. Er wird ins Aus gedroschen, das Spiel unterbrochen.
Gewinn oder Verlust: Wer überlebt, siegt nach Punkten.
Das Leben also ist ein Tanz nach Regeln, die es vor allem zu überschreiten gilt. Der kleinste Raum, die kleinste Fläche ist noch immer eine Bühne, groß genug für Träume, schrill und bunt wie Zirkus oder Varieté, maßlos wie eine Fahrt durchs Universum im Mondschein. Der norwegische Choreograf Jo Strømgren findet im Sport immer wieder solch sinnliche Abbilder, ebenso ein angemessenes Maß tänzerischer Vorgaben, denn etwas ist beiden gemeinsam: Sport und Tanz kennen Regeln, andere wachen über deren Einhaltung, und jeder hat für die offenbar notwendig harten ...
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Boris Michael Gruhl
im november: deutsche kompanien______
bestehen in der Regel nicht aus deutschen Choreografen und Tänzern, sondern sind internationale Ensembles, in denen deutsche Tänzer öfter die Ausnahme als die Regel bilden. Das Land mit der höchsten Theater- und Tanzhochschuldichte der Welt ist stolz auf seine kulturelle Diversität, zu Recht. Und alles wäre in bester Ordnung,...
Wenn Marie-Agnès Gillot, Étoile des Pariser Opernballetts, nicht auf der
Bühne steht, streift sie regelmäßig durch die Galerie-Szene oder greift gar selbst zum Pinsel. Die Startänzerin hat ein Faible für Bildende Kunst, weshalb sie genau überlegt hat, wer ihre bislang größte Kreation ausstatten soll. Mit «Sous apparence» gibt Gillot nach kleineren Auftragsarbeiten...
«Kunst ist nicht dazu ausersehen, die Realität zu kommentieren. Sie schafft ihre eigene Realität, eine Gegenrealität. Kunst ist Kampf.» Um starke Thesen war Romeo Castellucci nie verlegen. Hier ist nicht einfach ein zorniger Italiener am Werk, sondern einer der Letzten, der die Kunst im Theater verteidigt. Mit allen Mitteln bekämpften zuletzt enragierte...
