Paris: Angelin Preljocaj «Gravité»

Angelin Preljocaj macht das Universum zur Tanzbühne, als Dealmaker zwischen dem Körper des Tänzers und einem ganzen Bouquet von Gravitationskräften, so wie sie auf diversen Planeten auf den Menschen einwirken bzw. einwirken würden. Wenn man denn je in die Verlegenheit käme, auf Venus, Saturn, Jupiter einen Spaziergang oder gar ein Tänzchen zu versuchen. Ausgangspunkt der Neuproduktion des Choreografen aus Aix-en-Provence: mal wieder Recherche wagen, statt Märchen- oder Sagenstoff zu verarbeiten wie in «Snow White» oder zuletzt in «La Fresque» (tanz 12/16).

Also: zurück zu Grundlagenforschung an Körper und Bewegung. Interaktive Spielchen mit virtueller Realität interessieren ihn dabei nicht, trotz des wissenschaftlichen Themas, trotz Verweisen auf Newton und Einstein. Da säuseln leise ein paar Funksprüche von Kosmonauten durch den Saal, aber für den Zuschauer stellt sich so gar kein Raumfahrtgefühl ein.    

Zuerst liegen die dreizehn Tänzer wie tot am Boden, aufeinander gehäuft. Unsägliches lastet auf ihren Gliedern. Und sie erwachen langsam, zähflüssig, zu symphonischen Klängen von Schostakowitsch. Standort: Sonne. Beginn des Lebens. Logisch. Doch dann pocht der Tanz auf seine ...

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Tanz Februar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Thomas Hahn