Ballett an Bord
Bislang galten Kreuzfahrten allenfalls als Domäne für Gesellschaftstanzlehrer, Show Acts oder Profipaare, die irgendwann eine Weltmeisterschaft gewonnen hatten. Jetzt erobert das Ballett die Queen Mary 2: gut 1300 Kabinen, Platz für über 3000 zahlungskräftige Kunden und noch einmal halb so viel Personal. Wenn das Flaggschiff der Cunard Line am 11. August in Southampton ablegt, stehen zum ersten Mal auch die Tänzer des English National Ballet auf der Passagierliste – und zwar nicht nur, weil sie nach dem Dinner ein paar Happen aus «Schwanensee» oder «Le Corsaire» servieren.
Vielmehr verspricht Cunards Presseabteilung, dass die übrigen Atlantiküberquerer den Nationaltänzern «beim morgendlichen Training» zusehen dürfen und außerdem eingeladen sind, «den Proben am Nachmittag beizuwohnen». Besonders «tanzbegeisterte Gäste» können auch «tägliche Tanzworkshops» buchen, um «unter professioneller Anleitung der Mitglieder des English National Ballet an Pirouetten und Pliés zu arbeiten». Mein lieber Schwan, wenn das nicht Dauereinsatz für die Bordärzte bedeutet – Muskelzerrung statt Magen-Darm-Virus sozusagen. Wer sich auskurieren muss, kann bei «Insight Talks» und Tanzfilmen aller Art die ...
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Side Step, Seite 17
von Dorion Weickmann
Owen Belton, Sie haben gerade am Staatstheater Nürnberg Goyo Monteros «A Midsummernight’s Dream» musikalisch belebt und sind weltweit als Komponist im Einsatz – vom National Ballet of Canada über das Stuttgarter Ballett bis hin zum Royal Ballet London. Nun sind Ihre Kollegen häufig Allrounder, während Sie sich auf den Tanz spezialisiert haben. Wie kommt das?
Wie es...
«Balletttänzer ist ein schwerer Beruf.» Als 17-jähriger Ballettstudent an der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung hörte ich diesen Satz das erste Mal und hatte keine Vorstellung davon, was genau damit gemeint war. Dass die körperlichen Anforderungen durchaus beachtlich sein würden, war mir bewusst. Jedoch erschien mir die Zukunft, so ich den Schritt vom Studenten zum...
Die Geschichte von «Dornröschen» zählt zu den Evergreens des Ballettrepertoires, seit Marius Petipa und Peter Tschaikowsky sie auf die Tanzbühne gebracht haben. Das kann man natürlich immer wieder neu erzählen, aber der Regisseur und Produzent Rem Khass hatte eine andere Idee: Wie wäre es, die Perspektive zu wechseln und abzutauchen ins Unterbewusste der...
