Parcours: Störmanöver
Klara läuft durch New Yorks Financial District, stolpert, fällt, rappelt sich wieder auf und läuft weiter – is’ was? Sie springt durch die Stockholmer S-Bahn, turnt auf die Gepäckablage, wirbelt um die Stangen – geht doch. Sie klettert durch das Baugerüst unter einem oberirdischen Streckenabschnitt der Berliner U-Bahn – ist das erlaubt? Sie hängt sich wie ein Klammeraffe an einen Betonpfeiler. Wir sehen nur ihre Arme und Beine.
Sie streift durch Berlin und London, die Kamera folgt ihr auf den Fersen, so dass wir nur einen wackelnden, großen, schwarzen Fleck sehen und die Stadt zum Ornament am Rande verkommt. Sie zelebriert den berühmten Moonwalk rückwärts, versucht, während einer Ballettprobe in Sankt Petersburg bei den Übungen an der Stange mitzuhalten. Die schwedische Künstlerin Klara Lidén macht sich zum Fremdkörper, stört die gewohnten Abläufe, unseren Alltag. Sie reißt Kabelverteilerschränke, Mülleimer, Werbeplakate, leuchtende Reklamewürfel aus ihrer Umgebung und präsentiert sie als eigenständige Objekte im White Cube. Sie stellt entsorgte Weihnachtsbäume, die am Straßenrand auf ihre Abholung warten, im KW Institute for Contemporary Art in Berlins Mitte auf und lässt uns ...
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Tanz April 2026
Rubrik: Side step, Seite 17
von Claudia Henne
Am Ende sitzt da ein einsamer Jungkönig auf dem Thron, der kaum zu wissen scheint, wie ihm geschieht. Kein Wunder, denn der Spuk, den Tarek Assam mit seinem Ensemble und vier Jazzmusiker*innen auf die Bühne des Quedlinburger Harztheaters zaubert, berauscht den Kopf und vernebelt die Sinne. Was ein Kompliment ist – und ein Quäntchen Kritik zugleich.
Shakespeares...
Ihr Beruf?
Ballettdirektor, Chefchoreograf
Ihr Temperament?
Kraftvoll, energiegeladen
Was ist das Schönste, das Sie je über sich gehört haben?
Dass es nicht viele Ballettdirektoren gibt, die so menschlich mit Tänzer*innen umgehen
Und das Ärgerlichste?
Dass ich ein Workaholic bin, bloß weil ich bei dem, was ich tue, ein Maximum an Qualität erreichen möchte
Etwas,...
Unter einer «Wunderkammer» versteht man eine barocke museale Präsentationsform, hervorgegangen aus dem Kuriositätenkabinett: Kunst wurde neben Kultgegenständen gesammelt, Naturobjekte neben Alltagskultur, verbindendes Merkmal war das Außergewöhnliche, die Sensation. Rekonstruierte Wunderkammern gibt es noch unter anderem in Dresden und Wien, sie zu besuchen ist...
