Osiel Gouneo

Tänzer des Jahres: Ob als Puck, Albrecht oder Spartacus: Der Neuzugang beim Bayerischen Staatsballett hat München binnen einer Spielzeit erobert – und umgekehrt

Tanz - Logo

Welchen Grund mag es für einen stolzen Kubaner geben, von seiner sonnigen Karibikinsel ins kalte, dunkle Norwegen zu ziehen? Nach «Blond-Land», wie er es irgendwann tauft? Damals ist Osiel Gouneo 22 Jahre alt und bereits Erster Solist beim Nationalballett seiner Heimat, mit draufgängerischer Virtuosität tanzt er fast sämtliche Rollen quer durchs klassische Repertoire. Aber nichts anderes.

Mit Viengsay Valdés, seiner damaligen Partnerin, wird er auf Galas geschickt und sieht, was die Europäer und Amerikaner so tanzen: «Das machte mich hungrig! Ich musste einen Weg finden, um alleine zu fliegen, meinen Tanz zu verbessern.» Er will sein Repertoire erweitern, wachsen und lernen. In Kuba ist moderner Tanz zwar ein umfassender Teil der Ausbildung, genau wie die modernen Tänzer dort immer auch Ballett lernen. Auf der Bühne aber bleiben die beiden Bereiche hübsch getrennt, das hochgeachtete und beliebte Ballet Nacional tanzt praktisch ausschließlich Petipa & Co.

Gouneo «springt nach Europa», wie er es formuliert, er geht nach Oslo, weil dort ein alter Freund tanzt. Und er wächst, tanzt Kylián, Duato und Forsythe, kreiert neue Werke mit Daniel Proietto oder Alan Lucien Øyen. England ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Die Saison 2016/17: The winners are ..., Seite 147
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
Jeroen Verbruggen: Immer immersiver

Mir persönlich ist es als Künstler wichtig, bei jedem schöpferischen Prozess möglichst viele schwierige Fragen aufzuwerfen, die meine Kreativität herausfordern. Das ist unerlässlich, wenn man sich persönlich weiterentwickeln will. Genauso unerlässlich ist es aber auch für die Fortentwicklung der Kunst als solche. Tradition und Geschichte sind für mich beides...

Martin Schläpfer: Weitersuchen

Ich kann die Frage nach der Zukunft des Tanzes leider nicht beantworten. Ich kenne sie nicht – und vor allem verändert sich nur das, was außerhalb von uns selbst liegt und Gegenwart ist. Das allerdings verändert sich rapide, die menschliche Psyche und ihre Bedürfnisse werden wohl kaum damit Schritt halten können. Natürlich verändert sich auch der Mensch – indem er...

Mauro de Candia

Die Linie, die Diagonale, die Kurve, der Winkel. Deren Kraft und Poesie betont der italienische Choreograf. Reichert sie an, indem er Körper wie kantige Gebilde in das Geflecht der Linien stößt oder mit sanftem Pulsen deren Richtungsdrängen hemmt. Dabei gibt er Zeit: Die Reihen seitlich gelagerter, skulptural arrangierter Tänzer und Tänzerinnen, mit denen sein in...