On Tour: «Requiem pour L.»

Alain Patel «Requiem pour L.»

Tanz - Logo

Diese Truppe muss man einfach lieben. Sie singen, spielen und tanzen mit einer Energie, die umwerfend ist. Musik mit vitalen afrikanischen Wurzeln verbindet sich mit Mozarts «Requiem» und verwandelt es in eine beinahe fröhliche Totenfeier. Die Körperpräsenz der farbigen Musiker spricht durch die zuckenden Bewegungen ihrer Tradition. Und die Sopranistin Nobulumko Mngxekeza singt mit dem Bariton Owen Metsileng (er übernimmt Tenor- und Basspartie, dazu kommt noch ein Countertenor) Mozarts berühmte Melodien auf sehr feine, eindringliche Weise.

Gefeiert wird das Leben, das sich verabschiedet hat, nicht der Tod.

Fabrizio Cassol hat mit dreizehn kongolesischen Musikern schon einmal für Alain Platels «Coup fatal» ein Hybrid zwischen Barockmusik und Weltklängen produziert, solche Arbeiten sind seine Spezialität. Und Platels Mozart-Überlegung «Wolf» ist ebenfalls noch in guter Erinnerung. Nun also kam im Haus der Berliner Festspiele das berühmteste Mozart-Stück auf die Bühne, in einer Fassung von Platel-Cassol. 

Der Gitarrist Rodriguez Vangama gibt die musikalischen Kommandos für den Tanz zwischen Grabstelen, auf denen Steine liegen wie auf jüdischen Grabsteinen. Die Szenerie sieht aus wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Bernd Feuchtner

Weitere Beiträge
Studie: Ballett und Psyche

Balletteleven mögen zwar Spagat und Entrechat beherrschen, aber ihre Psyche ist längst nicht so beweglich wie der Körper. Denn je länger junge Tänzerinnen und Tänzer an der Stange üben und ihre motorischen Fähigkeiten perfektionieren, umso rigider wird ihre Psyche. Wer Musik studiert, lebt jedenfalls viel lockerer. 

So lautet das Ergebnis einer Studie...

Same Sex

Gesellschaftstanz ist ein Spiel. Ein Spiel mit Regeln. Eiserne Regel über die längste Zeit: Getanzt werden Wiener Walzer, Cha-Cha-Cha und Tango von einem Mann und einer Frau. Mann und Frau. Er führt, sie folgt. Er trägt die Hosen, sie das Kleid.

«Gendertraining» nennen Jeff Fox und Trevor Copp den klassischen Gesellschaftstanz mit seinem festgelegten Rollenmuster....

Osnabrück: «Unter einem Himmel»

Die Macht der Klänge unterschiedlicher Stile und Kulturen hat den Osnabrücker Tanzchef Mauro de Candia zu seinem neuesten Werk inspiriert. «Unter einem Himmel» heißt der dreiteilige Tanzabend, der als Reise zu verschiedenen Stationen angelegt ist. Der Fokus liegt auf Kontrasten – musikalisch wie choreografisch. Das Ganze ist ebenso unterhaltsam wie dramaturgisch...