Eisa Joscon «Princess»
Zwei Figuren wiegen sich in den Hüften, ihre Hände sind erhoben, die Finger gespreizt. Sie tragen sonnengelbe Röcke und Schnallenschuhe zum schwarzen Pagenkopf. Sie lächeln kokett, flirten mit den Zuschauern, tippeln federleichten Schritts auf sie zu und brechen plötzlich in kieksende Munterkeit aus. Mit ihren grazilen Gesten, ihrer demonstrativen Großäugigkeit und ihrem bilderbuchhaften Kostüm erscheinen sie wie von einer anderen Welt. Was haarscharf zutrifft, denn sie sind Schneewittchen. Genauer: Walt Disneys Schneewittchen.
Die philippinische Tänzerin und Choreografin Eisa Jocson zerlegt in «Princess» lustvoll und unerbittlich jene Mythologie, die ihr Aufwachsen prägte: Schneewittchen steht für die Geschichten so schöner wie hilfloser Disney-Prinzessinnen, die unverschuldet in Schwierigkeiten geraten und auf einen Prinz warten, der sie errettet. Gemeinsam mit dem Performer Joshua Serafin hat Jocson sich Schneewittchens Bewegungsvokabular angeeignet, hat Gesten, Schritte und Mimik aus den Filmen kopiert, aber auch die Interaktion von Schneewittchen-Darstellerinnen in Disney-Land Hong Kong mit Besuchern beobachtet. So verdoppeln und loopen die zwei Schneewittchen auf der Bühne all ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Tanzplattform, Seite 12
von Esther Boldt
Pläne der Redaktion
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