On the road
Die Insel Taiwan ist die Heimat des weltberühmten Cloud Gate Dance Theatre. Was aber bedeutet «Zuhause» für ein Ensemble, das oft auf Reisen ist? Ich treffe mich mit drei Mitgliedern der Kompanie: mit -Huang Li-cheh und den Tänzerinnen Su I-ping und Huang Mei-ya, die häufig in Solopartien zu sehen sind. Was vermissen sie am meisten, wenn sie touren? «Meine Katzen, ich habe drei», sagt der Tänzer. «Ich habe eine Katze, die vermisse ich sehr. Und meinen Ehemann», sagt eine seiner beiden Kolleginnen.
Wir lachen viel bei diesem Gespräch über Heimat, Zuhause, home, für das wir uns im Foyer eines Pariser Hotels niedergelassen haben. Gegenüber, im Theatersaal des Parc de la Villette, werden die drei Tänzer am Abend auftreten. Das neue und erklärtermaßen letzte Stück, das der scheidende Gründer und Leiter des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, Lin Hwai-min, choreografiert- hat, steht auf dem Spielplan. Es heißt «Formosa» und erreicht Paris gegen Ende einer ausgedehnten USA-Europa-Tournee. «Formosa» bedeutet «die Wunderbare», gemeint ist die Insel, die heute Taiwan heißt und auf eine lange Kolonial-Geschichte zurückblickt, auf Besetzungen, Besiedlungs- und Immigrationsschübe sowie 38 Jahre ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Unterwegs, Seite 35
von Melanie Suchy
Nicki Liszta: «Wolfgang»
Auf dem Zuschauerpodest gegenüber lauern Wölfe. Wir würden sie lieben, wären sie nur Hunde. Aber Wölfe wandern und respektieren keine Grenzen. Man kennt sie nur aus der Ferne. Davor haben wir Angst. Jetzt sollen wir sie auch noch bei uns aufnehmen: «Mischlingswölfe, ein bisschen Polarwolf, ein bisschen arabisch», preist die Stimme. Das...
Rudol’f Chametovič Nuriev, so lautet sein Name in wissenschaftlicher Transliteration, ist ein Inbegriff der Heimatlosigkeit. Sie beginnt beim Namen. Im Tatarischen, der Sprache seiner Eltern, fand er nie Verwendung: Рудольф Мөхәммәт улы Нуриев oder Rudolf Xämät ulı Nuriev. Wobei noch immer ungeklärt ist, welchem Alphabet der Vorrang gebührt, dem kyrillischen oder...
In der Hauptstadt ist dieses Jahr mächtig was geboten: Die experimentierfreudige Tanzfabrik wird 40 Jahre alt, das internationale Festival «Tanz im August» 30, die Anstifterin des allgemeinen Tanzfortschritts, Nele Hertling, kriegt den «Deutschen Tanzpreis», und das Staatsballett mit Johannes Öhman und Sasha Waltz eine neue Intendanz. Klingt doch super, oder? Na...
