Oh, süsse Sklavin Leila
Der schwedische Schriftsteller Carl Jonas Love Almquist schreibt 1835 das Theaterstück «Signora Luna». Ein arabischer Muselman erobert darin nicht nur Sizilien, sondern auch das Herz der zarten Titelfigur, die für ihn die Treue zu Vaterland und Eltern vergisst. Was dem Muselman, Abul Kasem sein Name, allerdings überhaupt nicht gut bekommt. Das Stück ist interessant, denn die exotistischen Schauspiele, Ballette und Romane der damaligen Zeit haben sonst vor allem die Frauen im Blick. Und die sind natürlich nicht böse, sondern hoch erotisch und sehr begehrenswert.
In den Südseeträumen eines Paul Gauguin ebenso wie in den Stoffen Théophile Gautiers – dem mit «La Péri», im Juli 1843 in Paris uraufgeführt, wohl die Ehre gebührt, das erste exotistische Ballettlibretto der Ballettgeschichte geschrieben zu haben.
Aber Almquists verstaubte und völlig vergessene «Signora Luna» ist auch interessant, weil der schwedische Schriftsteller Jonas Hassen Khemiri (Sohn einer Schwedin und eines tunesischen Einwanderers) damit als Theater im Theater sein 2006 uraufgeführtes Stück «Invasion» beginnen lässt. Ein paar markige Textstellen werden angerissen, dann wird die Aufführung gestört. Eine Klasse von ...
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