O Vertigo: «La Chambre Blanche»

London

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Revivals sind derzeit Programm. Nicht immer machen sie Sinn. Die kanadische Choreografin Ginette Laurin überarbeitete ihre 1992 entstandene Choreografie «La Chambre Blanche» (Das weiße Zimmer) und brachte sie im Frankfurter Mousonturm zur Weltpremiere. Im Künstlerhaus hatte sie 1993 mit der Erstfassung gastiert, überzeugte nun abermals mit dem Stück im selben Set – aber mit anderen Tänzern, mit der neuen Musik von Nicolas Bernier und Jacques Poulin-Denis und bewies: Im Konzepttanz kann expressives Tanzen die Essenz sein.


Ginette Laurin, die vor über zwanzig Jahren O Vertigo in Montreal gründete, beschäftigt sich zunehmend auch mit Installationen und Film. Ihr zentrales Thema sind der Körper und die Beziehungen zum Raum, die Spiegelungen zwischen äußerer und innerer Welt, Seelenlandschaften in Environments. «La Chambre Blanche», Stéphane Roys barockes, aus Steinplatten gefügtes Nebengelass eines Palasts ohne Ausgang, dient als Asyl, Gefängnis oder Irrenanstalt. Es symbolisiert die Situation an äußere oder innere Zwangssysteme gefesselter Individuen, die vergeblich versuchen auszubrechen.

Neun fabelhafte Tänzer stürzen sich in den Überlebenskampf, rasen klaustrophob gegen die Mauern ...

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Tanz Oktober 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 47
von Klaus Witzeling

Vergriffen
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