José Montalvo, Dominique Hervieu: «Good Morning, Mr. Gershwin»
Immer nostalgischere Strukturen bringt der Tanz hervor. In Lyon stand Guy Darmets letzte Biennale de la danse im Zeichen von Wiederaufnahme und Weitergabe historischer Stücke. Irgendwie gehört auch Gershwin dazu. Dennoch ist José Montalvo zu jung, um ein eigenes Stück wieder aufzunehmen. Warum auch? Seine Kreationen ähneln sich ohnehin. Mit Dominique Hervieu leitet er jetzt das Théâtre national de Chaillot, das zum Pariser Tanzhaus mutiert. So haben beide erst recht keine Zeit für Neues.
Praktischerweise hatten die RecyclingWeltmeister gerade für das Ballet de l’Opéra de Lyon «Porgy and Bess» kreiert. Was lag näher, als das letzte Drittel ihrer Kreation einfach zu übernehmen? Die Oper nickte es ab. Kein Problem für Guy Darmet, im Gegenteil. Er
widmete seinen Abschied der Ballerina und Hollywood-Tänzerin Cyd Charisse. «Good Morning, Mr. Gershwin» war der ideale Auftakt – theoretisch.
Montalvo/Hervieu lieben Show und bunte Bilder. In Hollywood standen Menschen im Mittelpunkt der Traumfabrik, während auf ihrer Bühne eine Konkurrenz zwischen lebendigen und gefilmten Körpern herrscht. Und genau auf dem Feld hat sich Montalvo diesmal selbst hereingelegt. Großformatig bunt waren seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Stehle mich leise in einen Probenraum des National Theatre in London. Und bin sofort gefangen von der Szene, die mich empfängt: Juliette Binoche wirft sich wieder und wieder zu Boden, wütend, sie ist völlig außer sich, offenbar verwirrt. Und bricht zusammen, so anmutig wie ein fallendes Herbstblatt. Akram Khan in schwarzem Poloshirt und braunem Trainingsanzug hockt...
Gerda König, deutsche Tanzkönigin im Rollstuhl, hat nach Äthiopien, Brasilien, Kenia diesmal in Südafrika choreografiert. Mixed Abilities nennt sich ihre Kunstform, die körperliche Gebrechen als choreografische Chance betrachtet. Partnerkompanie ihrer DIN A 13 tanzcompany war die Remix Dance Co. aus Kapstadt. Ihre Einfalt ist grenzwertig: Mit Ketten wirbeln, die...
Bei den von Anita Mathieu gestalteten Rencontres chorégraphiques setzte Arco Renz dem Genre des Minimalismus mit «I!2» die japanische Krone auf. Ein Bremer, der im Brüsseler Schmelztiegel von Anne Teresa de Keersmaekers P.A.R.T.S. zum Weltbürger wurde, den es in den letzten zehn Jahren nach Asien zog. Die Folgen sind nicht zu übersehen. Das Duo mit der...
