O sole mio

Klaus-Michael Kühne ist einer der reichsten Menschen Deutschlands. Und Kühne sorgt sich um die Kultur seiner Heimatstadt Hamburg. Das Haus der Staatsoper am Gänsemarkt sei Hamburgs nicht würdig, verkündete er im «Spiegel»: das Gebäude asbestverseucht, das Niveau durchschnittlich und die Akustik mangelhaft. Er biete an, einen Neubau in der Hafencity zu finanzieren.

Man könnte über diesen Vorschlag spötteln.

Man könnte ihn als schrullige Idee eines Superreichen denunzieren, dessen kulturelle Kompetenz darin besteht, unter der Dusche «O Sole Mio» zu singen, wie seine Frau dem Nachrichtenmagazin anvertraute. Man könnte auch darauf hinweisen, dass Kühne das dann freiwerdende Gelände am Gänsemarkt selbst entwickeln möchte, als «modernes Immobilienprojekt» unter Federführung des umstrittenen, im Hamburger Markt sehr präsenten Immobilienunternehmers René Benko. Man könnte also die Frage stellen, ob hinter dem Vorschlag tatsächlich primär altruistische Motive stehen, oder ob es nicht eher darum geht, hochwertige Grundstücke zu versilbern. Aber Vorsicht: Kühnes Wort hat Gewicht in der Hamburger Kultur. Der heute 85-Jährige hat zwar den Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne + Nagel in die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2022
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Notiert 8/22

Notiert
Performance-Großmeisterin Marina Abramovic übernimmt im Herbst die neu eingerichtete, jeweils befristet vergebene Pina Bausch Professur an der Folkwang Universität der Künste. Bis Sommer 2023 wird sie mit den Studierenden experimentell arbeiten.

Neues aus den Chefetagen: Ioannis Mandafounis (Foto) wird Künstlerischer Leiter der Dresden Frankfurt Dance...

Philippe Kratz, Sharon Eyal «Herzkammern»

Sie wussten es, die jungen Choreografen des Juni-Abends «Heute ist morgen» im Prinzregententheater: Nur einer schafft es mit seiner Kreation ins Nationaltheater. Das auserwählte Stück sollte mit Sharon Eyals «Bedroom Folk» korrespondieren, dieser kaltheißen Abstraktion wechselnder Beziehungen in und rund um die coolen Clubs in Tel Aviv, die bisher im Rahmen eines...

Tanzschulen 8/22

Deutschland

Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische
Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-22849
www.ballett-badsoden.de 

Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050...