Buch, CD, DVD 8/22

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Im Kino
DAS LEBEN EIN TANZ
Cédric Klapisch hat ein Auge auf den Tanz geworfen, ganz unbestreitbar. Und die Pariser Opéra hat es ihm besonders angetan. Dort drehte er 2010 eine Doku über Aurélie Dupont, damals Danseuse étoile. Dort hat er Stücke verfilmt, dort beginnt (scheinbar) auch sein neues Opus, «En Corps» – deutscher Verleihtitel «Das Leben ein Tanz».

Die Stärke des Films ist nicht das schmalzige Szenario – eine Danseuse étoile stürzt mitten in einer Aufführung (weil ihr Tanz- und Lebenspartner sie mit einer anderen betrügt) und muss sich nach dem Schock psychisch und körperlich wieder aufbauen. Vielmehr ist es der Blick der Kamera auf den tanzenden Körper. Bevor das erste Wort fällt, vergehen 15 großartig gefilmte, intime, gefühlvolle Minuten, in denen die Kamera, der Bühnenraum und die Tänzerin geradezu eins werden. Gespielt wird die Starballerina Elise von einer echten Première danseuse der Opéra: Marion Barbeau. Mit ihrem Temperament – keck, verträumt, frech und naiv zugleich – überzeugte sie Klapisch auf Anhieb. Im Film zieht sie sich in die Bretagne zurück und trifft dort, ganz zufällig natürlich, auf Hofesh Shechter und dessen Kompanie. Der Choreograf aus Israel spielt ...

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Tanz August/September 2022
Rubrik: Medien, Seite 52
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