Nürnberg: Douglas Lee, Goyo Montero «Strawinsky»
Wenn dermaleinst Theaterhistoriker ein Schlagwort für die Ära von Goyo- Montero am Nürnberger Staatstheater- suchen sollten, dürfte relativ schnell «schwarze Periode» die Runde machen. Auch die beiden Ballette «Petruschka» und «Le Sacre du printemps», die zusammen den neuen «Strawinsky»-Doppelabend ergeben, fügen sich nahtlos in das nachtdunkle Konzept des Ballettchefs. Douglas Lee hat sich die Jahrmarkts-Geschichte um «Petruschka», die russische Variante des Harlekin, vorgenommen. Ein schwarzer Vorhang und drei mit Lichterketten verzierte Rolltheken entfesseln den Budenzauber.
Die Protagonisten sind nur an kleinen Details zu unterscheiden. Der Gaukler (mit dämonischem Gestus: Edward Nunes), dessen drei Marionetten menschliche Gestalt annehmen, trägt einen Zauberhut. Der Mohr (von fesselnder Virilität: Lucas Axel) lässt sich nicht an seiner Hautfarbe, sondern am Frack erkennen, während Petruschka (zwischen Ehrgeiz und Eifersucht pendelnd: der unlängst mit dem «Bayerischen Kunstförderpreis» geehrte Alexsandro Akapohi) die Ballerina mit bloßem Oberkörper beeindrucken muss. So reduziert, entwickelt sich aus der Buhl-Konkurrenz der beiden Herren um die anmutige Tänzerin eine ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 46
von Jens Voskamp
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