Newcomer: VR Dance Club
Das Publikum sitzt im Dunkeln, unsichtbar, unangreifbar, unbeteiligt – ein Modell, das sich hartnäckig hält? Vielleicht ist es genau dieses Verschwindenkönnen, das den klassischen Zuschauerraum so bequem macht. Und so überholt.
«VR Dance Club» steht nicht für Tanzen mit Brille. Das Projektensemble öffnet virtuelle Möglichkeitsräume – für Zustände, in denen sich Wahrnehmung verschiebt, Realität überlagert, Begegnung neu entsteht. Wer hineingeht, bleibt nicht außen. Wer bleibt, wird Teil.
Besuchende begegnen sich in «Hybrid Encounters» von VR Headset zu Zeichenbrett. Bewegung wird Linie, Dialog entsteht. Was reduziert wirkt, ist präzise gesetzt: ein designtes Erlebnis des Duos Anna-Carolin Weber und Tobias Kopka, das VR Dance Club gegründet hat und leitet. Sie choreografieren keine Abläufe, sondern Bedingungen. Entwickelt wurde «Hybrid Encounters» unter anderem an der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität. Dort geht es nie darum zu erkunden, was passiert, wenn digitale Technik auf Kunst trifft. Sondern um die Frage, wo man ankommt, wenn man künstlerische Fragestellungen auch mit digitalen Werkzeugen beantwortet. «Wie sehen wir uns, wenn wir uns nicht sehen», ist zentrale ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Side step, Seite 16
von Timon Brombach
Jubiläum
MIR COMPAGNIE UND MINIMIR
Als Kind aus einer Arbeiterfamilie waren Ballett und ein rosa Tutu Anfang der Sechzigerjahre undenkbar. Und so spielte Béatrice Goetz, aufgewachsen in einer ländlichen Gemeinde bei Basel, leidenschaftlich Fußball und Basketball. Sie absolvierte ein Sportstudium und begann parallel, intensiv Tanzstunden zu nehmen. Schließlich...
Dem Format der Pitchings haftet etwas von Trostpreis an: Die künstlerischen Arbeiten bzw. Methoden gelten als interessant, reichen aber nicht für einen abendfüllenden Slot im Showcase. Und doch sind sie für Kurator*innen eigentlich echte Fundorte: weniger fertige Produkte als ein Denken in Bewegung – bei gleichzeitiger Nähe zu den Künstler*innen.
Sichtbarkeit und...
Der schöne Schein des klassischen Balletts wertete weibliche Jugend traditionell höher als fast alles andere: Jenseits der 40 war in der Regel sowieso Schluss mit topathletisch faltenfreier Performance. Ausnahmen wie Margot Fonteyn oder Marcia Haydée, die zwei Dekaden länger durchhielten, bestätigten die Regel. Die Pariser Oper schickt Stars wie Sternchen (m/w/d)...
