Newcomer: Edward Nunes
Sein Urvertrauen in das, was man gemeinhin Schicksal nennt, ist inspirierend. Edward Nunes genießt nach Stationen in Salzburg und Linz sein gegenwärtiges Dasein als Mitglied des Staatstheater Nürnberg Ballett, wo das Publikum ihn seit 2019 feiert. Er blickt optimistisch in die Zukunft, und hat dazu auch allen Grund. Nunes sticht heraus: Er ist ein Hochleistungs-Akteur und begeistert mit starker Bühnenpräsenz.
Wo immer der heute 28-Jährige Auditions, Wettbewerbe oder interne Castings absolviert, erkennen international renommierte Choreograf*innen sofort seine rasche Auffassungsgabe und sein athletisches Vermögen – plus Musikalität, plus technische Virtuosität.
Im brasilianischen Ponta Grossa in eine mittellose Familie hineingeboren, findet Nunes mit 14 Jahren dank der Aufnahme an die renommierte «Escola do Teatro Bolshoi no Brasil» spät zum Profitanz. Währenddessen glaubt seine Familie noch immer, dass das Ballett allenfalls ein schönes Hobby ist, kein Beruf ist, der die Existenz sichert. Im Gespräch lernt man einen eloquenten und emotionalen Menschen kennen, der offen davon erzählt, wie unvorstellbar es schien, seine Heimat zu verlassen. Und wie hart es war, ganz ohne ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2024
Rubrik: Side step, Seite 12
von Renate Baumiller-Guggenberger
Man müsste dieses Stück filmen statt darüber zu schreiben. Das denke ich an diesem Abend mehrmals, wenn ich zwischen die wirbelnden Beine der neu zusammengesetzten Tanzkompanie St. Gallen blicke. Für die Tanzkritikerin ist die Perspektive ungewohnt, wurde sie doch in die allervorderste Reihe gesetzt, mit der Nase gewissermaßen auf der Bühne. Das hat durchaus seinen...
Tanzlabor
Judith Kuckart
Die jüngste choreografische Arbeit von Judith Kuckart beschäftigt sich mit sogenannten «Sofamenschen» und «Wandermenschen», die sich häufig gar nicht so sehr unterscheiden. In einem sparten- und generationenübergreifendem Labor treffen diese beiden Pole menschlichen Verhaltens aufeinander: Fünf Performer*innen, die in ihrem Leben bereits...
Dieser Premierenabend fühlt sich anders an. Der Blick auf das, was auf der Bühne des Magdeburger Theaters vor sich geht, sucht nach Anhaltspunkten, Spiegelungen, Widerhaken. Nach Indizien, die Verbrechen und Leidenschaft, Machthunger und Tötungsdrang, Vernichtung aller Gegner und Ausbau der Herrschaft mit unserer Wirklichkeit kurzschließen.
Denn von der...
