Newcomer des Jahres: Dada Masilo

Überraschung muss sein: Mit ihrem «Swan Lake» eroberte die Südafrikanerin die Herzen Europas. Dabei geht es um ernste Themen, um Gewalt gegen Homosexuelle und Vergewaltigung. Dada Masilo macht daraus mehr als eine Anklage: einen federleichten Tanz

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Dada Masilo – die kahlköpfige, spindeldürre, unberechenbare. Masilo, das ist: der Wirbelwind in Person. Ausgebildet in Ballett, afrikanischem und zeitgenössischem Tanz, mischt sie die Stile zu kontrollierten Temperamentsausbrüchen. Die Tanzwelt ist begeistert, vor allem von Masilos «Swan Lake». Da tanzt sie selbst in der Rolle des «top girl» und wird so von einem breiten Publikum entdeckt.

Ihre Version ist keine Parodie, sondern ein Kommentar, der den Klassiker humorvoll mit südafrikanischer Realität in Verbindung bringt und die Stereotypen des Balletts als europäisches Modell hinterfragt. Dabei hält sie zur eigenen Tradition eine ähnlich ironische Distanz. Ihre feuerwerksartigen Choreografien haben sie binnen kürzester Zeit zur gefragtesten afrikanischen Choreografin in Europa werden lassen – was sich in der tanz-Umfrage in Form zahlreicher Nennungen in verschiedenen Kategorien widerspiegelt.

Ihr Stern ging in Europa 2011 auf, als sie mit ihrer Soloperformance «The bitter end of Rosemary» den militanten Bildersturm, den vor ihr etwa ihre Landsleute Steven Cohen und Robyn Orlin bereits entfesselt haben, auffrischte: Symbole von Macht und Religion attackierend und ihren Körper so in ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 146
von Thomas Hahn

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