New York: New York City Ballet «Digital Season»
Sechs Wochen lang hätte die Spring Season im New Yorker Lincoln Center gedauert, bei der großen Gala im Mai posiert sonst alljährlich ein Publicity-trächtiger Auftrieb an Berühmtheiten auf dem roten Teppich. Zunächst sechs Wochen lang, bis mindestens Ende Mai, stellt das New York City Ballet, das seine Tänzer und Angestellten vorerst weiter bezahlt, dafür nun aktuelle Aufzeichnungen seines Repertoires ins Netz. Zweimal pro Woche gibt es neue Streams.
Es sind Archivaufnahmen, technisch sehr gut, aber auf eine oder zwei Kameras beschränkt; das Programm reicht von Jerome Robbins über Alexei Ratmansky bis zu brandneuen Werken, so war gleich zu Anfang das eher uninspirierte «Rotunda» von Hauschoreograf Justin Peck zu sehen, das erst im Februar Premiere hatte. Und dann natürlich: Balanchine, Balanchine, Balanchine.
Den Neoklassiker kennt man in Europa bestens, auch jede deutsche Ballettkompanie hat eines seiner Schwarzweiß-Ballette oder «Jewels» im Programm. Dennoch überraschen die neuen, bisher nicht veröffentlichten Aufnahmen, unterscheidet sich doch der aktuelle New Yorker Stil deutlich von dem, was wir auf unseren Bühnen oder auf DVD sehen. Denn auch die neueren Aufzeichnungen von ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Kritik, Seite 39
von Angela Reinhardt
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