Fremde Wände: Invitation to dance
Was haben wir in den vergangenen Wochen nicht alles an Küchen, Balkonen, Gärten und Wohnzimmern gesehen – noch nie hat es so viele Home Storys aus der internationalen Tanzszene gegeben wie unter der Corona-Kontaktsperre, die allenthalben Online Classes und Switch Streams (siehe S. 50) erblühen ließ. Von Svetlana Zakharovas Moskauer Luxussalon über Tamara Rojos Londoner Küchentheke bis hin zu Apartments in Brooklyn, Mailand oder Tokio war ein Spektrum geboten, aus dem sich geradezu eine Soziologie des Berufsstandes ableiten ließe.
Aber wohl niemand hat ein derart exklusives Ambiente für seine Mini-Choreografie gefunden wie Wagner Moreira – der sich fürs Shooting mit Regisseur Steffen Krones allerdings auch von daheim entfernen durfte. Der gebürtige Brasilianer, der zur kommenden Spielzeit die Leitung der Tanzsparte der Landesbühnen Sachsen in Radebeul übernimmt, tanzt mit Helena Fernandino nämlich durch ein Juwel der Klassischen Moderne: Haus Schminke in Löbau, in den frühen 1930er-Jahren von Hans Scharoun konzipiert, heute als «Fabrikantenvilla mit teilweise originaler Ausstattung» in der Liste sächsischer Denkmäler verzeichnet. Ein historischer Ort und eine Traumkulisse für die ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Side Step, Seite 23
von
Selbst eingesessene Berliner haben noch nie vom Leisepark gehört. Er befindet sich gut versteckt hinter einem Friedhof im Kollwitzkiez, hinter Kindergräbern. In den Zeiten der Kontaktsperre hat es hier eine Tänzerin gewagt, vor handverlesenem und auf Abstand bleibendem Publikum ihre Kunst zu zeigen. Ihre Energie hat man besonders gespürt, weil Energie als Erstes...
Vortanzen ist angesagt, auch bei der Iwanson International School of Contemporary Dance in München für die dreijährige Ausbildung ab September. Bis zu 500 junge Männer und Frauen aus 26 Nationen zwischen 16 und 22 Jahren bewerben sich jedes Jahr um einen der begehrten Plätze, aber nur 60 bis 70 von ihnen werden genommen. Die Zahl der Aspiranten beweist das hohe...
Ausstellung: Fotokabinenkunst
«Inside Out» nennt der französische Künstler JR seine Aktionen: Betrete eine Fotokabine, mache ein ausdrucksstarkes Gesicht, die Kamera klickt und innerhalb einer Minute wird ein Schwarz-Weiß-Poster gedruckt. Die Teilnehmer nehmen es mit raus und kleben ihr Konterfei im öffentlichen Raum an Gebäude, Mauern oder auch auf Theatersessel...
