Neue DVDs der Ballets de Monte-Carlo
Prinzessin Caroline von Hannover hat Recht: «Ein nostalgisches Festhalten an einer wunderbaren Vergangenheit kann nicht das Ziel sein.» Und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin schreibt ihrem Publikum ins Stammbuch: «Die großartige Tradition des Tanzes in Monaco behält ihre Bedeutung nur, wenn man ihre unbedingte und fortwährende Hingabe an die Tradition der Moderne an erste Stelle setzt.
» Zwanzig Jahre zählt ihre Kompanie, der sie als Präsidentin vorsteht, und seit 1993 ist Jean-Christophe Maillot Chef der Ballets de Monte-Carlo: ein Mann, der nicht nur über den Tellerrand seines Tanzes schaut und vor ein paar Jahren das Monaco Dance Forum ins Leben gerufen hat, sondern selbst ein geradezu charismatischer Crossover-Choreograf ist, der auch ein historisches Ballett immer wieder aktuell erscheinen lässt. Prokofieffs «Roméo et Juliette» hat er von allem Geschichtsballast befreit, sein «Nussknacker» findet im Zirkus statt, und «La Belle» sieht sich so erbarmungslos mit der eigenen Sexualität konfrontiert, dass ein Sigmund Freud an diesem Dornröschen seine helle Freude gehabt hätte. Maillots «Miniatures», Auftragswerk gleich an sieben Komponisten, stehen ohnehin außer Konkurrenz: ...
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«Wer nicht tanzt, kennt den Weg des Lebens nicht.» So zitiert John Neumeier aus dem Hymnus Christi «Flöten will ich, tanzet alle» – überliefert in den apokryphischen 1. Johannesakten, mit denen Jesus beim Abendmahl seine Jünger zum Tanz auffordert – im Programmbuch zur «Matthäus-Passion» bei den Hamburger Ballett-Tagen 1981. Ein Wegsuchender ist er in über dreißig...
Yasmeen Godder in der Kammer des Schreckens: Die neue Arbeit sei ein Versuch, die Leere und Depression im Tanzstudio zu überwinden, bekennt die israelische Choreografin freimütig auf ihrer Homepage. Dazu hat sie sich mit dem Horrorfilm beschäftigt, in der Absicht ihn vampiristisch anzuzapfen. «I’m Mean, I Am» klingt verdächtig nach einem Böse-Mädchen-Manifest,...
Frei, radikal, neugierig! Das versprach Johannes Wieland zu seinem Kassler Einstand: ein Doppelabend aus «Reporter» und «Freie Radikale». Letztere sind bekanntlich keine losgelassenen Terroristen, sondern chemische Gesellen. Mensch und Moleküle also. Auge und Energie.
In «Reporter» steht zunächst ein Schwarm silberbeiniger Fotostative auf der Bühne. Sehen und...
