Netflix für Steuerrecht

Der Tanznachwuchs weiß alles über Ästhetik und wenig über den Arbeitsalltag. Das Webangebot «Emerging Dance Artists» will das ändern

Tanz - Logo

Die Tanzausbildung ist weltweit auf hohem Niveau. Man lernt, was ein Épaulement ist und was ein Soubresaut, man lernt, Stand- und Spielbein miteinander in Beziehung zu setzen, und man lernt, in welchen ästhetischen Traditionen man sich hier bewegt und welche Inhalte sich dabei vermitteln. Was man nicht lernt: Steuerrecht. Altersvorsorge. Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer*in. «Die jungen Tänzer*innen wollen lieber tanzen als sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen», meint Dany Beyer über den Nachwuchs.

Wobei die Koordinatorin des Qualifizierungsprogramms beim Dachverband Tanz sich schon darüber im Klaren ist, dass arbeitsrechtliche Fragen gegenüber dem Glamour, der Schönheit und der Sexyness der Kunst deutlich weniger reizvoll sind. Was nicht heißen soll, dass hier eine grundsätzlich desinteressierte Generation heranwachse, nur: «Das individuelle Interesse an (Weiter-)Bildung entsteht in der Regel erst durch mehrmalige Berührung mit dem Thema im Lebensalltag und dem Erkennen der Relevanz für das eigene Leben.» Und diese Relevanz erkennt man in der Ausbildung oft noch nicht.

Schwimmen lernen
Hilft nur nichts. Spätestens mit dem Abschluss werden die hoffnungsfrohen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2024
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Ausstellung 4/24

SPIN
Wenn kleine Kinder das erste Mal tanzen, dann drehen sie sich im Ringelreihen. Wenn eine Katze sich schlafen legt, macht sie eine eigenartig anmutende Drehbewegung. Und wenn die Wiener Gesellschaft im Walzerschritt wiegend kreiselt … Es wird deutlich, wo diese Argumentation hinführt. Drehungen sind ein wichtiges Element des Tanzes, eine ungerichtete,...

Rau und Riskant

Im Jahr 2015 habe ich Overhead Project zum ersten Mal gesehen: Eine Kölner Vorstellung Eurer fantastischen Produktion «Carnival of the body». An welchem Punkt Eurer Karriere wart Ihr damals?
Tim Behren
: Da lief es schon richtig gut für uns. Damals war ich selber noch als Akrobat und Tänzer auf der Bühne. Mein langjähriger Arbeitspartner Florian Patschovsky und ich...

Angelin Preljocaj «Le parc»

Als Tänzer war Laurent Hilaire, Direktor des Bayerischen Staatsballetts, die Eleganz selbst: Hoch gewachsen, ausdrucksvoll, sprunggewaltig und dabei für feinzart lyrische Partien ebenso prädestiniert wie für Draufgänger, klassische Helden oder postmodernes Forsythe-Fortissimo. Die erste von ihm selbst geplante Spielzeit in München hat er mit einem Ballett bestückt,...