Der Klassikflüsterer

Eleganz, Esprit, Expression: Seine französische Herkunft trägt der Choreograf Martin Chaix auch in den Ballettsaal. Gerade erst am Staatstheater Cottbus, wo ihn Dorion Weickmann getroffen hat

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In diesem Studio gibt es kein «Non». Auch kein «No», kein «wrong» und kein «that‘s a fail». Denn dieses Studio ist erklärtermaßen ein «safe space», ein Ort, an dem sich alle ausprobieren und einbringen können. Sagt Martin Chaix am Ende des Vormittags zu den Tänzern und Tänzerinnen auf der Probebühne des Staatstheaters Cottbus, die zugleich als Ballettsaal dient: für eine elfköpfige Kompanie plus zwei Eleven, die der gerade noch amtierende Tanzdirektor Dirk Neumann hier beschäftigt. Und zwar hübsch ambitioniert.

Sonst hätte er kaum Martin Chaix angerufen und ihm Choreografie und Inszenierung für «Endstation Sehnsucht» angetragen. Der dreiundvierzigjährige Franzose ist eigentlich eher an größeren Häusern unterwegs. Aber Schauspiel oder Roman? Hat er noch nie in Tanz übersetzt. Ein Wagnis also. Solche Gelegenheiten schlägt Martin Chaix nicht aus. Nach dem Telefonat hat er Tennessee Williams’ Südstaatendrama von 1947 gelesen, um danach grundsätzlich Zustimmung zu signalisieren. Unter einer Bedingung: Die Damen tragen Spitzenschuh. Was angesichts der Macho-Gewalt, die in den Eingeweiden dieser Dreiecksgeschichte rumort und eruptiv hervorbricht, alles andere als eine ...

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Tanz April 2024
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Dorion Weickmann

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