Frühes Unglück
Einen Tanztheater-Topstar wie ihn in die Pfalz zu locken, in ein bislang eher als regional wahrgenommenes Theater, das darf man ruhig als Coup bezeichnen. Alan Lucien Øyen arbeitet ansonsten an der Pariser Opéra oder beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, nun hat ihn Tanzdirektorin Luisa Sancho Escanero für ein abendfüllendes Stück nach Kaiserslautern gelotst. Dort dürfte ihm sicher das langjährige Wirken ihres Vorgängers James Sutherland den Boden bereitet haben, dessen klare, moderne Symbolik aber doch immer noch Reste von Handlung enthielt.
Anders als bei «Bon Voyage, Bob», Øyens Wuppertaler Stück aus dem Jahr 2018, arbeitet der Norweger hier nicht ständig gegen den Vergleich mit der Legende Pina Bausch an, bewegt nicht respektvoll weltbekannte Darstellerikonen, sondern ein junges, dem Publikum noch kaum bekanntes und neu zu entdeckendes Ensemble. Die anfangs leicht verdutzten Premierenzuschauer merkten sehr schnell, wie eindrücklich dieses «schöne Scheitern» ist: ein leises, trauriges, ehrliches Stück über die verlorene Kindheit und schlimme Erinnerungen.
Auf den ersten Blick ähnelt «Beautiful Failure» mit der bewussten Kulissenhaftigkeit der Bühne, mit den sich ständig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Angela Reinhardt
Newcomerin
Micaela Taylor
Ich bin zu Gast bei einer Probe des Ballet BC in Vancouver: Barfuß, in glänzender Jogginghose und mit Basecap beobachtet Micaela Taylor die Tänzerinnen und Tänzer im Studio. Die 30-Jährige ist es längst gewöhnt, dabei zuzusehen, wie sich die von ihr kreierten muskulösen, oft ruckartig stotternden Schritte und Rhythmen in tanzenden Körpern...
Im Jahr 2015 habe ich Overhead Project zum ersten Mal gesehen: Eine Kölner Vorstellung Eurer fantastischen Produktion «Carnival of the body». An welchem Punkt Eurer Karriere wart Ihr damals?
Tim Behren: Da lief es schon richtig gut für uns. Damals war ich selber noch als Akrobat und Tänzer auf der Bühne. Mein langjähriger Arbeitspartner Florian Patschovsky und ich...
BALLET OF (DIS)OBEDIENCE
Sie sind schon fast auf Abschiedstour, bringen am 16. Mai aber immerhin noch eine Uraufführung heraus – mit Igor Levit (www.bregenzerfruehling.com). Doch zum Ende der Saison wird Richard Siegals fantastisches Ballet of Difference ausgetanzt haben. Der Vertrag mit dem Kölner Schauspiel endet, die Domstadt lässt das Ensemble ziehen, dem...
