Nemesis

Goyo Monteros erste Uraufführung in Hannover erweist sich als Punktlandung: eine «Schwanensee»-Überschreibung, die auf die Gegenwart zielt

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Hannover taugt nicht unbedingt als Traumziel einer Deutschlandtour. Die Innenstadt ist ordinäres Urbangewebe, vernarbt infolge der Weltkriegszerstörung. Die Architektur verdient einzig das 08/15-Etikett, in der Fußgängerzone reihen sich fast ausschließlich die üblichen Filialisten aneinander. Aber was die Kunst betrifft, behauptet sich die niedersächsische Landeshauptstadt als ziemlich renommierter Player, und zwar seit fast zwei Jahrhunderten.

Im gleichen Jahr und im selben Monat, als in Paris «La Sylphide» aus der Taufe gehoben wurde, gründete Hannover seinen Kunstverein – heute gehört er zu den angesehensten Institutionen seiner Art. Und das Ballett? Hat längst aufgeholt und scheint in der Stadtgesellschaft als Qualitätsgarant erster Güte zu gelten, zumal es seit der Jahrtausendwende ausnahmslos von profilierten Choreografen geprägt wurde. Ob Stephan Thoss, Jörg Mannes oder Marco Goecke – das Publikum hat jede stilistische Metamorphose neugierig begleitet. Hat auch das Post-Goecke-Interim unter dem kuratierenden Vorsitz von Christian Blossfeld approbiert, auch weil es das Quantum Stabilität zustande brachte, das nach Goeckes unfreiwilligem Abschied vonnöten war.

Aufgeschlossenh ...

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Tanz März 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Dorion Weickmann

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