Needcompany: "Hirschhaus"

Antwerpen

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Die Zeit stirbt nie. Der Kreis ist nicht rund. Diese Worte verbinden London mit Mazedonien in einem der besten Filme über den Bürgerkrieg in Jugoslawien, «Before the Rain» von Milcho Manchevski (1994). Ein Kriegsfotograf mischt sich an der Grenze in einen Konflikt ein. «I have to take sides.» Er habe keine Wahl, sagt er, und wird vom eigenen Bruder erschossen. Genau diesen Satz notierte im Kosovo ein anderer Kriegsfotograf. Der Prolog des Bühnenstücks «The Deer House» stellt ihn vor als den Bruder der Darstellerin Tijen Lawton. Erfunden sei nur sein Tagebuch.

Es beschreibt die Fotos, die wir nicht sehen werden. Welches Bild machen wir uns vom Krieg? Diese Frage, verknüpft mit dem Zweifel am Nächsten, «Wer bist du?», durchzieht die Trilogie von Jan Lauwers, der mit seiner Needcompany den dritten Teil bei den Salzburger Festspielen herausbrachte. Wieder ein Gebäude im Titel, nach «Isabella’s Room» und «The Lobster Shop». Jetzt Hirsche.

In einer altungarischen Legende werden Jäger in ihre eigene Beute verwandelt: eine Art Erlösung. Die Tiere sind wegen ihrer nachwachsenden Geweihe uralte Symbole für zyklische Erneuerung, «immerwährende Schöpfung» (Mircea Eliade). Die Verzweigungen der ...

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Tanz Oktober 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 40
von Melanie Suchy

Vergriffen
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