Needcompany: "Hirschhaus"
Die Zeit stirbt nie. Der Kreis ist nicht rund. Diese Worte verbinden London mit Mazedonien in einem der besten Filme über den Bürgerkrieg in Jugoslawien, «Before the Rain» von Milcho Manchevski (1994). Ein Kriegsfotograf mischt sich an der Grenze in einen Konflikt ein. «I have to take sides.» Er habe keine Wahl, sagt er, und wird vom eigenen Bruder erschossen. Genau diesen Satz notierte im Kosovo ein anderer Kriegsfotograf. Der Prolog des Bühnenstücks «The Deer House» stellt ihn vor als den Bruder der Darstellerin Tijen Lawton. Erfunden sei nur sein Tagebuch.
Es beschreibt die Fotos, die wir nicht sehen werden. Welches Bild machen wir uns vom Krieg? Diese Frage, verknüpft mit dem Zweifel am Nächsten, «Wer bist du?», durchzieht die Trilogie von Jan Lauwers, der mit seiner Needcompany den dritten Teil bei den Salzburger Festspielen herausbrachte. Wieder ein Gebäude im Titel, nach «Isabella’s Room» und «The Lobster Shop». Jetzt Hirsche.
In einer altungarischen Legende werden Jäger in ihre eigene Beute verwandelt: eine Art Erlösung. Die Tiere sind wegen ihrer nachwachsenden Geweihe uralte Symbole für zyklische Erneuerung, «immerwährende Schöpfung» (Mircea Eliade). Die Verzweigungen der ...
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Pina Bausch wurde von Wim Wenders, dem Filmemacher, geehrt. Sie bedankte sich mit dem denkbar rührendsten Versuch eines Kusses. Wenders sagte, bei Bausch könne man erleben, was sich sonst nicht erleben lasse. Das Echte. Dafür bekam Pina Bausch den mit 50.000 Euro dotierten Goethepreis in der Frankfurter Paulskirche. Dann ging’s weiter nach Düsseldorf. Dort wurde...
Vor acht Jahren machte der australische Choreograf Garry Stewart aus «Schwanensee» ein athletisches «Birdbrain», das auf der ganzen Welt gefeiert wurde als die zeitgenössische Interpretation schlechthin. Mit einer «non-linearen Re-Komposition» ist nun «Giselle» dran, kurz . Es entstand beim letzten Adelaide Festival of Arts mit Hilfe des Joyce Theater in New York,...
Es gibt einen Trampelpfad von München ans Wiener Tanzquartier. Vor sieben Jahren führte er
Sigrid Gareis vom Siemens Arts Program dorthin. In den nächsten Jahren folgten ihm allein sechs Mitarbeiter des Münchner Tanzproduzenten Walter Heun. «München», meint der stolz, sei ja bekannt «als Durchlauferhitzer für gute Organisatoren». Wir hoffen, das ist ein...
