"Meine Mischpuche"
"Meine Mischpuche" von Zufit Simon beginnt in einem Feld aus 26 Reihen Eiern. Sie bilden ein nahezu Pascal’sches Dreieck, eine wunderschöne mathematische Figur. Erste Reihe: ein Ei. Zweite Reihe: 5 Eier, dann 11, 15, 22, 28 usw. Mitten im Eiermeer schwanken Zufit Simon, Julieta Figuera und Philip Bergmann. Wir starren Eier an, ihre Zerbrechlichkeit und Ordnung. Man denkt: kabbalistische Zahlenmystik. Die drei schlenkern mit den Armen, tanzen still im rätselhaften Rhythmus – und dann: sind die Eier keine Eier.
Die chilenische Tänzerin Julieta Figuera wirft sich zu Boden, die beiden anderen räumen die Gipsmodelle weg. Zerbrochene Erwartung. Sie treten vor und erzählen im Chor, dass Zufits angeblich jüdische Nase von einer Großmutter aus Deutschland stamme, und sie selbst in Israel den Wehrdienst «aus religiösen Gründen» verweigert habe. Darum sei sie in Deutschland. Aha. Wohl ein Rätsel: Wie kommt man von ästhetischer Zengartenpracht in null Komma nichts auf egomanische Vergangenheitsdelirien, die uns nichts angehen?
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