Nebelmeer
Nichts als ein Nebelstreif. Sobald sich das Dunkel lichtet, wird nach und nach ein Mensch erkennbar – nicht schaumgeboren wie Aphrodite, eher gedämpft, als wäre man in Nibelheim zuhause. «Mist», also «Nebel», nennt Damien Jalet seinen Film, und nebulös beginnt er, als müssten wie in den Götter- und Helden-Sagen der nordischen «Edda» im Zusammenspiel der Elemente erst die Voraussetzungen geschaffen werden für eine Welt, die in ständiger Veränderung begriffen ist.
Nichts hat hier wirklich Bestand, und selbst wenn sich das Gewölk zu einer Gestalt verdichtet, ahnt man, dass sie sich im nächsten Augenblick vielleicht schon wieder verflüchtigt. Bekanntlich ist alles Vergängliche nur ein Gleichnis, und selbst wenn sich der belgisch-französische Choreograf auch anfangs von den niederländischen Nebelbänken inspirieren ließ, zeitigt seine Zusammenarbeit mit dem japanischen Raumkünstler Kohei Nawa und dem Teheraner Fotografen des Nederlands Dans Theater (NDT), Rahi Rezvani, am Ende doch weit mehr, als ihr Titel vorzugeben scheint.
Es sind bewegte Bilder, mal hell aufleuchtend, meist jedoch graublau grundiert. Zunächst erinnert das eher an Butoh; die Tänzer und Tänzerinnen des NDT gebärden ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
Würde Goyo Monteros jüngster zweiteiliger Ballettabend im künftigen, heftig umstrittenen Provisorium für Oper und Ballett gegeben (S. 38), käme das einer humanistischen Überschreibung gleich. Bereits der Titel «Narrenschiff» konterkariert den blutigen Ernst in Stein gehauener Gigantomanie, wie sie sich im sogenannten «Kolosseum» – der nie fertig gebauten...
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Arnd Wesemann
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin Tel. +49-(0)30-254495-20, Fredaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de
Gestaltung & Art direction Marina Dafova
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Was für ein Kontrast! Achtzehn Monate lang gab es trotz aller Bemühungen selten andere Themen als Lockdown, Hygienebeschränkungen und Vorstellungsabsagen. Während Hunderttausende noch immer im Homeoffice arbeiten, ist das tanzmainz-Ensemble Ende September 2021 plötzlich als Gast des Bolschoi-Theaters in Moskau. Hier beginnt unsere sechswöchige Tour, hauptsächlich...
