Nebelmeer

Der Choreograf Damien Jalet hat mit dem Nederlands Dans Theater einen fabelhaften Film gemacht.

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Nichts als ein Nebelstreif. Sobald sich das Dunkel lichtet, wird nach und nach ein Mensch erkennbar – nicht schaumgeboren wie Aphrodite, eher gedämpft, als wäre man in Nibelheim zuhause. «Mist», also «Nebel», nennt Damien Jalet seinen Film, und nebulös beginnt er, als müssten wie in den Götter- und Helden-Sagen der nordischen «Edda» im Zusammenspiel der Elemente erst die Voraussetzungen geschaffen werden für eine Welt, die in ständiger Veränderung begriffen ist.

Nichts hat hier wirklich Bestand, und selbst wenn sich das Gewölk zu einer Gestalt verdichtet, ahnt man, dass sie sich im nächsten Augenblick vielleicht schon wieder verflüchtigt. Bekanntlich ist alles Vergängliche nur ein Gleichnis, und selbst wenn sich der belgisch-französische Choreograf auch anfangs von den niederländischen Nebelbänken inspirieren ließ, zeitigt seine Zusammenarbeit mit dem japanischen Raumkünstler Kohei Nawa und dem Teheraner Fotografen des Nederlands Dans Theater (NDT), Rahi Rezvani, am Ende doch weit mehr, als ihr Titel vorzugeben scheint.

Es sind bewegte Bilder, mal hell aufleuchtend, meist jedoch graublau grundiert. Zunächst erinnert das eher an Butoh; die Tänzer und Tänzerinnen des NDT gebärden ...

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Tanz Februar 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz

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