Goyo Montero «Narrenschiff»

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Würde Goyo Monteros jüngster zweiteiliger Ballettabend im künftigen, heftig umstrittenen Provisorium für Oper und Ballett gegeben (S. 38), käme das einer humanistischen Überschreibung gleich. Bereits der­ Titel «Narrenschiff» konterkariert den blutigen Ernst in Stein gehauener Gigantomanie, wie sie sich im sogenannten «Kolosseum» – der nie fertig gebauten Kongress­halle auf dem Nürnberger Reichsparteitags­gelände – widerspiegelt.

«Narrenschiff», das ist hier die Klammer für zwei Teile eines Ganzen, welche einander formal wie bildnerisch ähneln. Beide sind große Gruppenstücke, in denen jeweils das ganze Ensemble zum Einsatz kommt. Im einen wie in dem anderen Stück dekoriert und drapiert Montero in einer erstaunlichen Vielfalt effektvoller Varianten schillernde Rettungsdecken, golden auf der einen, silbern auf der anderen Seite. Denn um Rettung geht es allenthalben, und so legt Montero Dutzende Decken aus: zu Türmen gestapelt, zu Felsen oder  gedachten Wolken geknüllt, zu Sitzbänken eingerollt.

Nicht nur die Ausstattung, auch der Umgang mit der Musik eint die beiden Stücke. Bei «Maria», dem ersten Teil des Abends, zitiert Lera Auerbach in den orchestralen «Dialogen mit Stabat Mater» ...

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Tanz Februar 2022
Rubrik: Traditionen, Seite 43
von Eva-Elisabeth Fischer

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