Nationalballett Oslo «Sleepless Beauty»
Ab 20. April in Oslo
«Dornröschen», auf Norwegisch «Tornerose», ist die schöne Schlafende, die Petipa und Tschaikowsky 1890 auf die Ballettbühne brachten. Beim Norwegischen Nationalballett wird daraus «Sleepless Beauty», eine «schlaflose Schönheit», die vier Choreografinnen unterschiedlich ausdeuten: die auch hierzulande bekannte Ina Christel Johannessen und Hege Haagenrud, dazu Ingun Bjørnsgaard und Melissa Hough.
Hege Haagenrud schickt die Prinzessin in die Fabrik. Dornröschen hat Durst und Doppelschicht, vor allem hat es Sorgen. Es ist 4.18 Uhr morgens, an Schlaf ist nicht zu denken.
Dornröschen träumt von märchenhaften einhundert Jahren Tiefschlaf. Haagenrud findet für ihr «Picture a Vacuum» deutliche Spoken-Word-Poetry von Kate Tempest, dazu im Nachthemd drei Tänzer und ein Kind, die sich gegenseitig vor dem Schlaf bewahren. Ihre Miniatur gibt dem vierteiligen Ballettabend den Titel. Mit herrlich verdrehten Gliedern ist Dornröschen die Frau, die über sich und ihre Zeit nicht selbst bestimmen darf.
Ina Christel Johannessen entdeckt in ihrem «Dornröschen», «Desolating Persephone», Spuren der antiken Persephone. In der griechischen Mythologie war Persephone die Verkörperung von Sommer und Winter, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2017
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Arnd Wesemann
Saburo Teshigawara lacht, als ich ihn mit meiner Einschätzung konfrontiere, er müsse der mit Abstand meistbeschäftigte Choreograf auf diesem Planeten sein. Drei Premieren hatte er allein im Februar – in Nantes, Martigues und Paris. «Ich arbeite immer an mehreren Stücken gleichzeitig, derzeit an fünf oder sechs.» Dann scherzt er: «Ich könnte jeden Monat ein Stück...
Der Mann hat nicht schlecht gestaunt: Zum ersten Mal, so sagte es der Sozialwissenschaftler für Sport in Frankfurt/Main vor der ehrwürdigen, 1956 gegründeten Dramaturgischen Gesellschaft, zum ersten Mal überhaupt würden sich Theaterintellektuelle mit dem Objekt auseinandersetzen, das ein Theater erst zum Theater macht: dem menschlichen Körper. Das Thema des...
Newcomer: Christian Bauch
Die Ballettwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hat noch niemandem geschadet. Christian Bauch riskiert den Perspektivwechsel, und das in «COW» (tanz 4/16) von Alexander Ekman auf allen vieren: sozusagen eine Kuh verkörpernd, die nicht aufs Maul gefallen ist. «Schönen guten Abend, meine Damen und Herren», lässt sie sich gleich...
