Spiegelbilder
Gesellschaftstanz – ein alter Zopf?
Von wegen! Wir stimmen Sie mit einem klassischen Theaterausflug auf die neue Serie ein. Und in den nächsten Monaten besuchen wir Ballsäle, Tanzschulen und Turniere, wir unterhalten uns mit Wertungsrichtern und Lehrerdynastien – und erzählen vom queeren Amüsement beim Tanztee.
Wenn Guy Vandromme in Raimund Hoghes jüngster Produktion auf dem linkerhand platzierten Konzertflügel die ersten Akkorde von Ravels titelgebendem «La Valse» anschlägt, werden durch großzügige Pedalisierungen in den tiefen Registern und perlende Arpeggios in den hohen Lagen fulminante Orchesterklänge beschworen. Währenddessen liegt Hoghe rechts hinten auf der Bühne, das Gesicht ab- und den Rücken dem Publikum zugewandt: Verloren in der Weite des Raums, stumm und reglos, scheinbar leblos kontrastiert sein Körper die Klangmassen, die eine sich im Walzertaumel verlierende Tanzgesellschaft suggerieren. Trotz oder gerade wegen dieser Anmutung lehnte einst Serge Diaghilew, der die Komposition für seine Ballets russes in Auftrag gegeben hatte, eine (herkömmliche) tänzerische Umsetzung ab. Seiner Meinung nach hatte Ravel nicht die Vorlage für ein Ballett, sondern allein dessen – ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Serie: Gesellschaftstanz, Seite 64
von Stephanie Schroedter
Stil
Man hat ihn, oder man hat ihn nicht – den eigenen Stil. Auch die Zugehörigkeit zu einer Tanzrichtung zwischen ultraklassisch und urbanmetropolitan wird als «Stil» etikettiert. Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Fragen wir Katja Schneider, die beim Festival «DANCE» in München ein Stil-Symposium ausrichtet.
Makrobiotik
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Yuri Fateyev ist ein betont höflicher Zeitgenosse. Der Russe spricht beherrscht, klar, auf den Punkt, und seine Botschaften sind unmissverständlich: «Niemand macht uns das ‹Königreich der Schatten› nach – keine andere Kompanie!» Mit «uns» ist das Sankt Petersburger Mariinsky-Ballett gemeint, dem Fateyev vorsteht, mit dem «Königreich der Schatten» die 32-köpfige...
