Nasser Martin-Gousset «Péplum»
Olivier Dubois spielt Cäsar. Eine kurze Toga lässt den halben Brustkorb über dem wohlgerundeten Leib frei. In der einen Hand liegt eine Traube, deren Früchte er, während er unruhig und überdrüssig über die Bühne streift, ab und an hastig in den Mund stopft. Er eilt ein paar der Stufen hinauf, bleibt sinnend, trauben-stopfend stehen wie ein äsendes Tier, hüpft dann im Profil, auf beiden flachen Füßen und mit durchgestreckten Knien, erst eine, dann noch eine Stufe höher. Das Komische ist hier die Kehrseite des Widerlichen.
Dubois rennt auf den Soldaten mit Federhelm und Harnisch und blanken Beinen zu, der schon eine Weile am linken Bühnenrand steht wie aus einem Asterix-Comic und reibt sich in obszöner Weise an dem Unbeweglichen. Er lässt seinen plötzlich plump wirkenden Körper oberhalb eines Wasserbeckens zu Boden fallen und öffnet mit einer geschwinden, halb verdeckten Bewegung einen Hahn, während er so tut, als müsste er sich nach einem Gelage erleichtern. Innerhalb weniger Minuten erspielt sich Dubois mit rücksichtslosem Einsatz eines der großartigsten Schauspielportraits des Gegenwartstheaters.
Neben Dubois, der zuvor mit Jan Fabre gearbeitet hat und hier im Tanz seine ...
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When a very talented Australian dance company recently asked me to elaborate on the “very juicy carrot” of the possibility of international co-productions I had dangled before them, I admit I felt a pang of guilt at having mentioned something that could perhaps take years to achieve. On the other hand, it is not entirely impossible. But why do companies want to...
Frei, radikal, neugierig! Das versprach Johannes Wieland zu seinem Kassler Einstand: ein Doppelabend aus «Reporter» und «Freie Radikale». Letztere sind bekanntlich keine losgelassenen Terroristen, sondern chemische Gesellen. Mensch und Moleküle also. Auge und Energie.
In «Reporter» steht zunächst ein Schwarm silberbeiniger Fotostative auf der Bühne. Sehen und...
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