nachruf: zora semberová

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Diese Frau hat Geschichte geschrieben, obwohl die sowjetische Propaganda nichts unversucht ließ, um ihre Leistung auszuradieren. Denn als das Kirow-Ballett 1940 Prokofjews «Romeo und Julia» ins Repertoire nahm, verkauften die Leningrader Apparatschiks diese Premiere kurzerhand als Uraufführung, und Galina Ulanowa strich für den Liebestod ewigen Nachruhm ein. Tatsächlich war die Partitur bereits Ende 1938 im tschechischen Brünn inszeniert worden – mit Zora Semberová in der weiblichen Hauptrolle.

Den Wunsch, Tänzerin zu werden, hatte die 1913 in Vyskov Geborene gegen elterlichen Widerstand durchgesetzt. Mit 17 Jahren ging sie nach Paris, um bei Olga Preobrajen-ska zu studieren, später feilte sie mit Rosalia Chladek an Ausdruck und Bewegungsdynamik. Seit 1932 gehörte sie dem Ensemble in Brünn an und wurde für ihre «Musikalität, Intelligenz und Kreativität» gepriesen.  Diese Eigenschaften beseelten auch ihre Julia, die ohne Spitzenschuhe auskam – weil, wie Semberová erklärte, «es mich nicht befriedigt hätte, diese hochdramatische Partie allein in klassische Muster zu sperren.» Ebenso wagemutig stürzte sie sich 1950 in die Darstellung der schizophrenen Kindsmörderin «Viktorka», mit der ...

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 32
von Katja Schneider

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