hans werner henze
Es war ein Leben für den Tanz, auch. Zumindest für die Sturm-und-Drang-Phase Hans Werner Henzes gilt dieser Satz uneingeschränkt. Wie kein anderer deutscher Komponist nach dem Zweiten Weltkrieg hat Henze für das Ballett komponiert, und für einige Jahre tat er das mit einer solchen Leidenschaft, dass man hätte meinen können, er wolle es seinem Vorbild der frühen Jahre, Igor Strawinsky, gleichtun.
Als 22-Jährigem eröffnete ihm das Ballett neue Welten, exakt am Tag seines Todes wollte er noch eine Ballettpremiere besuchen: In Dresden setzte Helen Pickett seine Komposition «Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber» in Szene, doch nur wenige Stunden vor der Uraufführung am 27. Oktober verstarb Hans Werner Henze in einem Dresdner Krankenhaus.
Die Sehnsucht nach Grazie
Ein erfülltes Leben war es. Und eines, das dem Schönen in der Kunst wie im Leben selbst zugetan war. «Ich habe mich doch immer nach Grazie gesehnt.» Im Rückblick mutet dieser Satz von Henze wie ein Lebensresümee an. Das Streben nach Anmut brachte den am 1. Juli 1926 in Gütersloh geborenen Komponisten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ans Bielefelder Theater. Das Gastspiel des Sadler’s Wells Ballet 1948 in Hamburg ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 28
von Klaus Kieser
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