Nachruf

Duška Sifnios

Tanz - Logo

In einigen Ballettlexika sucht man ihren Namen vergebens. Und doch ist Duška Sifnios nicht irgendwer. 1934 in Skopje geboren, ging die Jugoslawin bei den besten Lehrmeistern ihrer Zeit in die Schule. Der Unterricht bei Nina Kirsanowa, Leonid Lawrowski, Assaf Messerer und Victor Gsovsky zahlte sich aus in einer Karriere, die sie innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der damaligen Nationaloper in Belgrad katapultierte. Milorad Miskovitch choreografierte für sie. Léonide Massine holte sie gastweise in das Ballet Europeo.

Vor allem aber Maurice Béjart wusste ihre Mitarbeit (und Attraktivität) zu schätzen. So inspirierte ihn die Primaballerina nicht nur zu Balletten wie «Webern», «Concert de Milhaud» (siehe Foto, mit Germinal Casado, 1960) oder «Les Noces». Vor allem der «Boléro», 1961 vom Ballet du XXe Siècle uraufgeführt, ist größtenteils ihr zu danken – «vielleicht das aufregendste Ballett», das Béjart je geschaffen hat. So jedenfalls Horst Koegler, der Duška Sifnios darin als «Priesterin irgendeines zeitlosen orientalischen Fruchtbarkeitskultes» beschrieb. Allein ihre physische Präsenz sorge dafür, dass die vierzig Männer, die im offenen Karree um eine Tischplattform herumsitzen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 30
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Stuttgart

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Pustekuchen! Marie Bues und Nicki Liszta stimmen gleich zu Beginn die harten, das Publikum bedrängenden Töne an, die man von beiden gewohnt ist. Zum Start ihrer langfristig angelegten Zusammenarbeit haben die Intendantin des Stuttgarter Theaters Rampe und die Choreografin mit Thomas Köcks apokalyptischem Endzeitstück...

Vorschau/Impressum

Im Januar: Yuri Grigorovich
Hier gibt es nur: Verehrer und Feinde. Die einen bewundern, die anderen fürchten Yuri Grigorovich, der im Januar 90 wird und den das Bolschoi-Ballett mit einem zweimonatigen Festival ehrt. Er gilt als der einflussreichste Choreograf der Sowjet-Ära, Drahtzieher vor wie hinter den Kulissen. Anlass genug, einen kritischen Blick auf den...

Highlights im Dezember

Baden-Baden

Schwanensee
Rund um Weihnachten werden sich echte Ballett-Liebhaber weder in den alpinen Ski-Zirkus noch auf mediterrane Sonnentankstellen begeben. Ihr Wallfahrtsort heißt Baden-Baden, wo auch in diesem Jahr das Sankt Petersburger Mariinsky-Ballett gastiert, mit dem dreiteiligen Programm «Chopiniana», «The Firebird», «Scheherazade» (21. Dez.), «Giselle»...