Nachrichten 7/25
Newcomerin
MÉLISSA Guex
In der Schweiz geboren, in der Schweiz lebend – und voll Modern Punk: Das zeigte die Tänzerin und Choreografin Mélissa Guex zuletzt beim Kölner «Circus Dance Festival» Anfang Juni, wo sie mit zwei sehr unterschiedlichen Arbeiten gastierte. Beide allerdings bezeugen, mit welch eigenwilligem Zugriff sie die Tanzlandschaft derzeit aufmischt.
Mit dem abendfüllenden Solo «Rapunzel» und dem explosiven Duo «DOWN» – in Kollaboration mit dem Schlagzeuger Clément Grin – offenbart Guex ein körperliches Vokabular, das zwischen ritueller Ekstase und leiser Auflehnung changiert. Und sich stets dort tiefer gräbt, wo es angenehm wehtut.
Kein hoher Turm, stattdessen Manege: Mittendrin steht Guex, allein in einem runden Becken. Glitchartige Bewegungen, wie ein Gemälde, das stockend atmet. Wo sind die langen Haare? An Rapunzel erinnert lediglich die Perlenkette – ein brüchiges Überbleibsel märchenhafter Schönheit. Das Zelt ringsum wirkt wie eine zweite Sicherheitslinie – als müsste man sie schützen. Doch will sie das überhaupt? Kein sehnsüchtiges Warten auf den Prinzen, sondern ikonografischer Umbruch: Wie ein Lasso wirbelt die Performerin ein Bündel Fransen durch die Luft. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2025
Rubrik: Side Step, Seite 18
von
«What if Women Ruled the World?» heißt das interaktive partizipatorische Projekt, das Judy Chicago, US-amerikanische Pionierin der Feministischen Kunst, zusammen mit der russischen Künstlerin und Aktivistin Nadya Tolokonnikova, Gründungsmitglied von Pussy Riot, 2020 ins Leben gerufen hat. Das Titel-Banner bildet den Endpunkt der Ausstellung «Revelations», die mit...
Paris
SOMMERFESTIVAL
Im Juli sind immer noch ein paar Pariser*innen anzutreffen, bevor der Hochsommer sie aus der Stadt treibt. Insofern ist das Festival «Paris l’été» keine reine Touri-Veranstaltung, sondern ein Angebot für alle Performance-Fans. Sie kriegen auch 2025 ein feines, weil ebenso buntes wie ästhetisch faszinierendes Programm geboten, etwa mit...
GRENZGÄNGER
Vielfalt ist das Markenzeichen der zeitgenössischen Tanzszene. Nur folgerichtig, dass Arte passend zu den Sommerfestivals eine Dokumentation mit Ausschnitten aus Werken von drei herausragenden Vertreter*innen präsentiert, gedreht von Andreas Morell, der zuletzt John Neumeier porträtierte. Milla Koistinen, Arno Schuitemaker und Jefta van Dinther gehören...
