Nachrichten 1/24
Kahlschlag
Making a Difference
Menschen mit Behinderung sind während der vergangenen Jahre sichtbarer geworden auf den Bühnen, auch im Tanz. Ein Grund für diese erhöhte Sichtbarkeit ist das Berliner Netzwerk «Making a Difference», gegründet 2018 mit dem Ziel, «die selbstbestimmte Arbeit behinderter, tauber und chronisch kranker Künstler*innen im Tanz» mittels Workshops, Residenzen und Koproduktionen zu fördern.
Nutznießer*innen dieser Förderung waren unter anderem Sophia Neises, ausgezeichnet mit dem «Deutschen Tanzpreis 2023», oder Rita Mazza, eingeladen zur Tanzplattform 2024. Gleichwohl steht das Netzwerk vor dem Aus: Auch «Making a Difference» ist vom Kahlschlag in der Berliner Kulturförderung betroffen, für 2024 und 2025 hat die Stadt gerade mal 70 000 Euro in Aussicht gestellt, ein Finanzierungsausfall von knapp 68 Prozent. Keine Perspektive für die Fortführung des Projekts: Am 20. Januar soll «Making a Difference» in den Berliner Uferstudios zu Grabe getragen werden. Falk Schreiber
www.making-a-difference-berlin.de
Bewegungsgedächtnis
FOTEINI PAPADOPOULOU
Im Corona-Stillstand 2020 hat Foteini Papadopoulou ein ganzes Jahr lang zwei Bewegungen pro Tag entwickelt. Die eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2024
Rubrik: Praxis, Seite 64
von
Statt seiner schönsten Kunst, dem klassischen Ballett, zeigt uns Russland gerade ein unsagbares Trauerspiel: die Rückabwicklung einer kaum dreißig Jahre währenden künstlerischen Freiheit in die totale Abhängigkeit von einem Diktator. Alles, was seit Glasnost erreicht wurde, kassiert Vladimir Putin derzeit wieder ein. Am 1. Dezember ernannte er seinen guten Freund...
Stille. Nein, da läuft jemand, immer noch, tap-tap-tap wie ein zu schneller Sekundenzeiger. Die Tänzerin auf dem Laufband hält nie an. Sie trägt ein Kleid, auf den letzten Metern hält sie eine weiße Fahne, Zeichen der Hoffnung. Nicht hier. Der Schluss von «Last Work», das Ohad Naharin 2015 für Batsheva schuf, rollt ein katastrophisches Bild aus. Mit Klebeband soll...
Als Terroristen Menschen beim Tanzen in Re’im ermordeten, gastierte Adi Boutrous in Potsdam. «Wir verstanden nicht, was da zuhause passiert», erzählt der Israeli, arabischer Christ, später. Sie tanzten dennoch. Es folgte eine Schweigeminute. Zu viel Schweigen mancherorts. Gastspiele israelischer Kompanien wurden abgesagt. Ein Grund: Theater können nicht für...
